Pflanzenschutz

Nordrhein-Westfalen: Kritik am "Pestizidreport"

"Äußerst irritiert" hat sich der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer über den so genannten "Pestizidreport" auf der Homepage des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums gezeigt (siehe TASPO 36/07).

Es sei ihm völlig unverständlich, warum ein Landesministerium unter der Überschrift "Transparenz" im Alleingang und in einer den Verbraucher im Ergebnis eher verwirrenden Form Daten der amtlichen Lebensmittelüberwachung über Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln veröffentliche, kritisierte der Präsident des Provinzialverbandes, Josef Klein. Nachdem das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) unlängst mitgeteilt habe, dass die Rückstandsgehalte in mehr als 90 Prozent der Proben unter der Hälfte der gesetzlichen Höchstmengen lägen, stelle das Ministerium jetzt Untersuchungsergebnisse ins Internet, die "völlig ungewichtet" seien und Unkundige überforderten. Klein warnte vor einer Verunsicherung der Verbraucher. Befremdlich sei insbesondere, wie so genannte Mehrfachrückstände dargestellt würden. Das Fachministerium verliere kein Wort darüber, dass der Einsatz verschiedener Pflanzenschutzmittel Kennzeichen eines immer umweltschonenderen Anbaus geworden sei. Große Fragezeichen seien auch an der hinter der Veröffentlichung stehenden "Laborgläubigkeit" des Minsteriumsreports anzumelden. So hätten in einem von der Qualität und Sicherheit GmbH (QS) veranlassten Ringtest für Labore von 46 beteiligten Einrichtungen lediglich 52 Prozent diesen Test bestanden, gab Klein zu bedenken. Der Provinzialverbands-Präsident forderte als Konsequenz aus den Mängeln die Schließung des "Pestizidreports".