Pflanzenschutz

Ökotest-Bericht: Thema Rückstände bereitet Sorgen

Sorgen wegen eines Berichtes in der September-Ausgabe der Zeitschrift Öko-Test zu Rückständen in Petersilie (unter anderem von Pendimethalin) macht sich Gerhard Schulz, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse. Betriebe würden bereits vom Lebensmittelhandel (LEH) ausgelistet und seien somit in ihrer Existenz bedroht, schreibt Schulz in einem Brief an die Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer von gemüsebaulichen Organisationen und an die Branchenkollegen.

Bereits der Nachweis von Spuren werde in der Öko-Test Ausgabe (www.oekotest.de, Suchwort "Petersilie") als bedenklich dargestellt und "ätzend kommentiert". Da fachlich fundierte Stellungnahmen zum Thema Pflanzenschutz in Deutschland und der EU kaum Beachtung in den Publikumsmedien finden, könnten halbwahre oder falsche Aussagen gegenüber dem Verbraucher nicht richtig gestellt werden.

Die Greenpeace-Veröffentlichungen und das unseriöse Ranking der LEH-Unternehmen verursachten einen nicht akzeptablen Wettbewerb im Hinblick auf ein Unterschreiten der gesetzlich festgeschriebenen Rückstands-Höchstwerte. Diese müssten auch künftig der Maßstab sein, so Schulz weiter. Deshalb erwarte er vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dem Bundesministerium für Landwirtschaft sowie dem Gesetzgeber, dass diese "die festgelegten Höchstmengen öffentlich darstellen und verteidigen". Schulz richtet auch einen Appell an alle Gemüseerzeuger, "sich ganz konsequent und ohne jegliche Ausnahme an das deutsche Pflanzenschutzrecht zu halten", weil ein Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften nicht nur dem Einzelbetrieb, sondern der ganzen Branche ungeheuren Schaden zufügen könne.

Erforderliche einzelbetriebliche Genehmigungen nach Paragraf 18 b sind unbedingt vor dem Einsatz der Mittel einzuholen und ansonsten zugelassene oder genehmigte Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Bei eventuellen Engpässen bietet die Fachgruppe um Nachricht, damit Lösungen gefunden werden können. Schulz möchte Greenpeace in punkto Pflanzenschutz keine Angriffsfläche bieten und ergänzt: Außerdem "appelliere ich an Sie, unbedingt die in den Gebrauchsanweisungen vorgegebenen Wartezeiten einzuhalten, um Überschreitungen der Rückstandshöchstmengen zu vermeiden" und einen Skandal in deutschen Gemüsebau zu verhindern. Auf der Herbsttagung der Fachgruppe Gemüsebau Ende November in Magdeburg werde dieses Thema im Fokus der öffentlichen Vortragsveranstaltung stehen.