Pflanzenschutz

Online-Datenbank zu Bio-Pflanzenschutzmitteln

Für alle, die sich mit dem biologischen Pflanzenschutz beschäftigen – ob Produzenten im Gartenbau, Verkäufer im grünen Einzelhandel oder auch versierte Hobbygärtner – findet sich ein neues Online-Beratungsangebot im Internet. Der Dachverband der Hersteller biologischer Pflanzenschutzmittel und Nützlinge, kurz IBMA D/A (International Biocontrol Manufacturers Association Deutschland/Austria), hat auf seiner Homepage http://www.ibma-da.org/ eine Online-Beratung für biologische Pflanzenschutzmittel eingerichtet.

ein erster Überblick über geeignete biologische Mittel finden: Einfach den Button Hobby oder Profi wählen, den Problembereich sowie den Schädling eingeben – und die Datenbank gibt alle die Mittel an, die die Mitglieder des IBMA zur Bekämpfung des Schädlings anbieten.

 


Bisher rund 600 Mittel

Die bisher rund 600 in der Datenbank enthaltenen Pflanzenschutzmittel für den Hobby- und Profieinsatz sind in die Kategorien Pflanzenschädlinge, Pflanzenkrankheiten, Ungeziefer und Sonstiges unterteilt. Bisher sind 40 Schaderreger und Schädlinge gelistet, von A wie Apfelblütenstecher bis zu Z wie Zwiebelfliege. Die Datenbank wird laut IBMA laufend erweitert.

„Eine biologische Alternative für den Pflanzenschutz zu finden, ist nun so einfach wie noch nie“, freut sich Prof. Jürg Huber, Präsident des IBMA Dachverbandes und im Gartenbau kein Unbekannter: Er hat das Granulovirus entwickelt, das wirksamste Mittel gegen den Apfelwickler auf rein biologischer Basis, und führte 19 Jahre lang das Julius Kühn Institut für Biologischen Pflanzenschutz in Darmstadt. Im Jahr 2010 wurde er Präsident des IBMA. Sein Ziel: Mehr Bewusstsein für biologische Lösungen im Pflanzenschutz schaffen. „Wir wollen im Bewusstsein der Öffentlichkeit, bei Politikern und Produzenten verankern, dass es vielfältige und gut bewährte ökologische Lösungen gibt“, sagt Huber.

Der neue Präsident warnt, auch, wenn er die EU-Verordnung zum Pflanzenschutz begrüßt, vor zu hohem bürokratischem Aufwand für die Zulassung biologischer Pflanzenschutzmittel (siehe auch TASPO 15/11, Zulassung von Pflanzenstärkungsmitteln): „Die neue EU Verordnung sollte unterscheiden zwischen gefährlichen und weniger gefährlichen Mitteln“, so Huber. „Es muss ein Unterschied bei der Zulassung zwischen Produkten mit geringen und mit großen Risiken geben, sonst explodieren die Kosten für die Zulassung und werden für die Hersteller biologischer Mittel untragbar.“ Es stehe letztendlich im öffentlichen Interesse, dass natürliche Pflanzenschutzmittel möglichst schnell den Markt erreichen.

 


USA fördert mit Fonds-Geldern

In den USA stände dafür der sogenannte „IR4“ Fonds bereit, der 125 Mitarbeiter beschäftige und umfangreiche Finanzmittel für jene Firmen bereit halte, die im Nischensegment Biopflanzenschutz tätig sind, erläutert Huber. Der Fonds unterstütze sowohl den Registrierungsprozess als auch die Forschung.

„Eine Reduzierung der Umweltbelastung ist nur erreichbar, wenn auch in Europa nach dem Vorbild der USA öffentliche Ressourcen für die Bio-Forschung bereitgestellt werden und die Zulassung für entsprechende Mittel vereinfacht wird“, so Huber.

 


Vertretung auch weltweit

Im IBMA Deutschland/Österreich (IBMA D/A) haben sich 18 Hersteller von biologischen Pflanzenschutzmitteln zu einem Verband vereint. Das sind die Firmen Abiteb GmbH, AMW Nützlinge, Andermatt Biocontrol GmbH Deutschland, Biocare GmbH, Biofa AG, Bio-Ferm, Biohelp, Bio-Protect, E-nema, Intrachem Bio Deutschland GmbH & Co KG, Katz Biotech AG, W. Neudorff GmbH KG, Öre Bio Protect GmbH, Probis GmbH, Prophyta GmbH, Sautter & Stepper GmbH, Temmen GmbH, Trifolio-M GmbH. Assoziierte Mitglieder sind GAB Consulting GmbH, Julius Kühn-Institut, Institut für Biologischen Pflanzenschutz und Beraterin Jutta Kientzle. Der IBMA D/A ist Teil eines globalen Netzwerkes www.ibma-global.org mit weltweit 170 Mitgliedern.