Pflanzenschutz

Paraquat: Syngenta plant neuen Zulassungsantrag

Der Schweizer Pflanzenschutzmittel- und Saatgutkonzern Syngenta bereitet nach eigenen Angaben einen neuen EU-Zulassungsantrag für den Herbizidwirkstoff Paraquat vor. Am 13. Juli hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL, Berlin) für das Pflanzenschutzmittel Gramoxone Extra, welches den Wirkstoff Paraquat enthält, das sofortige Ruhen der Zulassung angeordnet. Wie damals Dr. Heinrich Lösing (Baumschulberater der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ellerhoop) zum Stellenwert des Herbizids hervorhob (siehe TASPO-Ausgabe 29/07) ist Gramoxone für Saatbeete in Baumschulen unersetzlich. Der Entscheidung des BVL vorausgegangen war ein Urteil des Gerichtes Erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften vom 11. Juli zugunsten eines Antrags der schwedischen Regierung auf Annullierung der Kommissions-Richtlinie aus dem Jahr 2003, durch die Paraquat in der Europäischen Union erneut registriert und in den Annex I der Richtlinie 91/414 aufgenommen worden war. In dem Vorhaben, eine erneute EU-Zulassung anzustreben, sieht sich Syngenta durch die Unterstützung zahlreicher Mitgliedstaaten ermutigt. "Die Entscheidung des Gerichtes bezieht sich auf die Art und Weise, wie das Verfahren der erneuten Registrierung von Paraquat gehandhabt wurde und wie die Europäische Kommission die relevanten rechtlichen Bestimmungen ausgelegt und in der Analyse der eingereichten Daten angewendet hat", erläuterte John Atkin, Chief Operating Officer der Syngenta Crop Protection. Das Gericht sei nicht zu dem Schluss gekommen, dass Paraquat in der Anwendung ein grundsätzlich unsicheres oder gefährliches Produkt sei. Die ursprüngliche Entscheidung der Kommission aus dem Jahr 2003, Paraquat in der EU zuzulassen, sei auf der Grundlage einer detaillierten und umfassenden wissenschaftlichen Bewertung getroffen worden. Da sich die Zulassungsanforderungen seit dem Einreichen des letzten Antrages erheblich geändert hätten, werde es voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern, bis der neue Zulassungsantrag eingereicht werden könne. Paraquat ist laut Hersteller in einem der drei weltweit am häufigsten verwendeten Unkrautvernichtungsmittel enthalten. Der Wirkstoff wird bei über 50 Kulturpflanzen in mehr als 120 Ländern eingesetzt und wird seit etwa 60 Jahren vermarktet.