Pflanzenschutz

Pendimethalin und Prosulfocarb verbieten?

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Bioland fordert ein Verbot der Pflanzenschutzmittel Pendimethalin und Prosulfocarb. Eine Studie beweise: Der Ferntransport von Pestiziden über die Luft belaste Bioanbau über große Distanzen hinweg. Das Fazit der zitierten Studie fordert lediglich weitere Untersuchungen und eine Erhöhung des Dampfdrucks bei der Applikation von Pendimethalin.

Geringer Dampfdruck bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln fördert den Ferntransport über die Luft. Foto: Fotolia B_Wylezich

Bio-Hof: Fenchel durch Pestizide kontaminiert

Als Grundlage für die Forderung eines Verbots der Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb führt Bioland einen Fall an, der sich auf einem Bio-Hof in Brandenburg zugetragen hat. Seit mehreren Jahren sei die Fenchelernte auf dem Bio-Hof Gut Wilmersdorf mit Rückständen der Herbizidwirkstoffe belastet worden. Die Verunreinigung des Fenchels mit den beiden Herbizidwirkstoffen lag der Information Biolands zufolge über dem Grenzwert, der für Babynahrung gilt. Den entstandenen Schaden müssen die Betreiber des Hofes selbst tragen.

Die zitierte Studie zum Ferntransport von Pestiziden wurde vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (LUGV) beauftragt. Die TIEM, integrierte Umweltüberwachung GbR führte die Studie durch. In der Studie heißt es, dass sich mögliche Quellen, durch die der Fenchel des Bio-Hofes kontaminiert worden sein könnte, einen Kilometer entfernt lagen.

Institut empfiehlt weitere Untersuchungen und Anpassungen

Die abschließende Empfehlung des Instituts legt aber ein grundlegendes Verbot nicht nahe, es empfiehlt lediglich weitere Untersuchungen der Wirkstoffe sowie deren Verbreitung und Veränderungen bei der Applikation. Pendimethalin solle einer vertieften ökotoxikologischen Untersuchung unterzogen werden. Die Wiederzulassung von Pendimethalin solle vor allem mit der Auflage verbunden werden, dass die möglich Verbreitung durch die Luft durch einen höheren Dampfdruck während der Applikation vermindert werde. Die Ergebnisse bezüglich Prosulfocarb seien lediglich vorläufiger Natur. Eine weitreichende Verbreitung in der Umwelt müsse weiter untersucht werden.

„Leichtflüchtige Pestizide, die Bio-Ware über Ferntransport belasten, müssen umgehend verboten werden. Bio-Bauern dürfen nicht die Leidtragenden eines unzureichenden Zulassungsverfahrens sein. Die Kriterien für die Zulassung müssen verschärft werden“, fordert Jan Plagge, Präsident von Bioland. Bioland fordere zudem ein umfassendes Monitoring von Pestizidwirkstoffen in der Luft.

Die gesamte Studie finden Sie hier.