Pflanzenschutz

Petersilie braucht viel Stickstoff und Kalium

Für Petersilie und Dill liegen die beim KNS-System nötigen Stickstoff-Sollwerte vor, nicht aber für die meisten anderen Schnittkräuterarten. Dr. Sebastian Weinheimer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz erwähnte dies bei seinem Vortrag zum Thema „Düngung von Schnittkräutern“ auf dem Geisenheimer Kräutertag.

Wie er sagte, liegen die Stickstoffgehalte der meisten Kräuter zwischen den vom Dill bekannten drei Promille und den 4,7 Promille bei Petersilie, bezogen auf Frischmasse. Um die Stickstoff (N)-Sollwerte zu berechnen, wird der N-Gehalt mit dem Aufwuchs multipliziert, dann der im Boden nötige Mindestvorrat sowie die Mineralisation addiert.

Beispiel Petersilie: 300 Dezitonnen Aufwuchs multipliziert mit dem N-Gehalt von 4,7 Promille ergeben rund 140 Kilogramm N. Addiert werden Werte für Mindestvorrat und Mineralisation, dies ergibt im erwähnten Fall einen Sollwert von 220 Kilogramm N.

Wie hoch die Mineralisierung ist, hängt generell von der Temperatur ab: Je höher die Bodentemperatur, umso höher die Mineralisierung.

Was die anderen Hauptnährstoffe angeht, so brauchen manche Kräuter sehr viel Kalium. Bei Petersilie für den Frischmarkt sind es im Standardfall etwa 500 Kilogramm K2O je Hektar, bezogen auf ein Verfahren mit drei Ernteschnitten und einer Feldabfuhr von 560 Dezitonnen pro Hektar. Bei Dill wären es 180 Kilogramm K2O je Hektar.

Eher niedrig ist bei Petersilie und Dill dagegen der Standardbedarf an Phosphor (70 Kilogramm P2O5 je Hektar bei Petersilie, 30 Kilogramm bei Dill). Hohe K2O-Gehalte sind in den Stängeln, niedrige im Blatt. Vom Phosphat sind im Blatt höhere Gehalte als im Stängel.

Wird Kalium in Form von Kaliumchlorid gegeben, so ist nach Angabe Weinheimers die Chlorempfindlichkeit von Kräuterkeimlingen zu beachten. Dies gelte besonders für Petersilie. Kurz vor der Saat dürften daher je Hektar höchstens 200 Kilogramm Kaliumchlorid gegeben werden, dies entspricht 500 Kilogramm Düngemittel bei Verwendung von 40er-Kali. Für Kopfdüngungen empfehlen sich Patentkali oder NPK-Dünger.

Hinsichtlich Mikronährstoffen wurden für Petersilie folgende Analysewerte (in Trockenmasse) genannt: Bor = 23 ppm, Kupfer = 5 ppm, Eisen = 91 ppm, Mangan = 38 ppm, Zink = 21 ppm. Schäden gebe es of nicht durch Mangel, sondern durch Überschuss bestimmter Mikronährstoffe. Manche Kräuter reagieren empfindlich auf hohe oder niedrige pH-Werte. Ausdrücklich warnte der Referent vor Kräuteranbau auf Böden mit pH-Werten von unter 5,5.