Pflanzenkrankheiten: Forscher mit neuem Quarantäne-Gewächshaus

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In dem neuen Quarantäne-Gewächshaus sollen unter anderem durch Viren, Bakterien, Pilze und parasitäre Nematoden verursachte Pflanzenkrankheiten erforscht werden. Foto: Unifarm/Wageningen University & Research)

Die Universität Wageningen gilt als weltweit führendes Institut bei der Erforschung von Schadorganismen an gartenbaulichen Kulturen. Um die Untersuchungen zu Pflanzenkrankheiten und Schaderregern wie dem Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) weiter zu intensivieren, entsteht auf dem Campus derzeit eines der fortschrittlichsten Quarantäne-Gewächshäuser.

Forschungseinrichtung auf Wageningen-Campus komplett elektrisch gesteuert

Serre Red, so der Name der von Bosman van Zaal errichteten neuen Forschungseinrichtung auf dem Wageningen-Campus, wird komplett elektrisch gesteuert sein und verfügt über insgesamt 63 Abteile mit einer Größe von 15 bis 52 Quadratmetern. Diese sind den Angaben zufolge mit individueller Klimasteuerung, Luftfilterung und Zugangsschleusen ausgestattet, außerdem ist das Quarantäne-Gewächshaus zweifach isolierverglast und verfügt über eine Außenschattierung. Um eine zu starke Beschattung der Fläche zu vermeiden, wurden in einem unterirdisch verlaufenden Korridor umfangreiche technische Gerätschaften installiert.

Der High-Tech-Neubau – den die Universität Wageningen nach eigener Aussage für bedeutende Forschung zu durch Viren, Bakterien, Pilze und parasitäre Nematoden verursachte Pflanzenkrankheiten sowie für die Forschung mit genetisch veränderten Organismen nutzen will – beinhaltet darüber hinaus einen Wärme-/Kältespeicher sowie ein Autoklav-System, das sämtliche Materialien vor dem Verlassen des Gewächshauses sterilisiert, Wasser und Abfall eingeschlossen.

Breitspektrum-LEDs statt HPS für neues Quarantäne-Gewächshaus

Bei der Beleuchtung hat sich die Universität Wageningen erstmalig für (Breitspektrum-)LEDs als Standard-Belichtungslösung entschieden. Als Ergebnis einer Ende 2019 von Unifarm, der Gewächshaus- und Feldforschungseinrichtung der Universität, durchgeführten Marktkonsultation wurden Anfang des Jahres vier Hersteller mit möglichen Belichtungslösungen geprüft. Gewählt wurde schließlich die PhysioSpec-Lösung von Fluence by Osram.

„Traditionell sind unsere Gewächshäuser mit Natriumdampf-Hochdrucklampen (HPS) ausgestattet“, erklärt Unifarm-Leiter Dolf Straathof. „Da wir jeglichen Einfluss, den eine künstliche Belichtung auf die Experimente haben könnte, eliminieren wollen, haben wir nach einer Lösung gesucht, die dem Lichtspektrum, das unser wissenschaftliches Team als optimal definiert hat, am nächsten kommt. Fluence war eine der Firmen, bei der wir angefragt hatten, und sie haben uns eine höhere Lichtstärke vorgeschlagen, als ursprünglich spezifiziert, was mit den Empfehlungen unserer Forscher übereinstimmte“, so Straathof.

Die von Fluence empfohlene PhysioSpec-Lösung habe die Anforderungen an die Einheitlichkeit der Bedingungen noch übertroffen und bei einer Mischung aus niedrigen und hohen Kulturen die höchste Uniformität für alle Gewächshaus-Abteile geboten, so der Leiter von Unifarm. Jedes der 63 Abteile im neuen Quarantäne-Gewächshaus der Universität Wageningen soll demnach über eine individuelle Belichtungssteuerung verfügen, die mit dem Klimakontrollsystem der Firma Hoogendoorn verbunden ist.

Kooperation mit Gartenbau-Forschungsprojekten auf der ganzen Welt

„LED-Lösungen haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie ohne eine Veränderung des Spektrums und ohne Effizienzverlust gesteuert werden können und ein konstantes Lichtniveau sowie ein optimales Tageslicht-Integral bieten“, ergänzt Theo Tekstra, technischer Leiter von Fluence in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) und federführend bei der Planung und Umsetzung des Projekts. „Durch den Einsatz unserer kompakten VYPR 2x2 Vollspektrum-LED-Leuchten, mit neuen kompakten PSU-Treibern und VYPR-Reflektoren, minimieren wir die Abschattung und optimieren die Uniformität der Beleuchtung.“

Fluence kooperiert nach eigenen Angaben mit Gartenbau-Forschungsprojekten auf der ganzen Welt – unter anderem als Mitglied des Wageningen Research Club der 100, einem Teil der Wageningen University & Research Business Unit für den Unterglas-Anbau in Bleiswijk.

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