Pflanzenpass: EU-Kommission nimmt wichtige Kritikpunkte auf

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger

Im Dezember 2019 wurde das neue Pflanzenpass-System eingeführt. Foto: Norbert Elgner

Die EU-Kommission hat ihren Bericht zur Evaluierung des neuen Pflanzengesundheitsrechts vorgelegt, in den auch die Erfahrungen der Grünen Branche mit der Pflanzenpassregelung eingeflossen sind. Beteiligt hatte sich unter anderem der ZVG, laut dem wichtige Kritikpunkte der Branche in den Bericht aufgenommen wurden.

Branche konnte an Befragung zum Pflanzenpass teilnehmen

Die EU-Kommission hatte die zuständigen Behörden, Verbände und Wirtschaftsbeteiligte in diesem Jahr dazu aufgerufen, an einer Befragung zum Pflanzenpass teilzunehmen. Bis zum 9. Mai hatte die Grüne Branche dabei die Gelegenheit, ihre Erfahrungen in den ersten beiden Jahren der Umsetzung des neuen Pflanzengesundheitssystems mitzuteilen. Diese sollten in die Evaluierung des Regelungssystems einfließen, welche die EU-Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat bis zum 14. Dezember vorlegen musste.

Größerer Aufwand ohne Mehrwert kritisiert

Von einigen Beteiligten war bereits im Vorfeld viel Kritik am Pflanzenpass geäußert worden (TASPO Online berichtete). So hatte beispielsweise Landgard bemängelt, dass die Registrierungspflicht für alle Erzeuger und Händler „größeren bürokratischen Aufwand ohne Mehrwert“ mit sich bringe. Die European Nurserystock Association (ENA) hatte schon früh zu Bedenken gegeben, dass die bestehenden Vorschriften zur Minimierung des Risikos der Ausbreitung von Pflanzenschädlingen ausreichten und zusätzliche Anforderungen an Rückverfolgbarkeitscodes nicht erforderlich seien. Beteiligt an der Befragung zum Pflanzenpass hatte sich auch der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der insbesondere die Ausweitung der Pflanzenpassregelung auf alle zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen als zu aufwendig und schwierig kritisiert hatte.

ZVG: „Bericht zeigt, dass sich Engagement lohnt“

In den nun von der EU-Kommission vorgelegten Evaluierungsbericht seien wichtige Kritikpunkte aufgenommen worden, berichtet der ZVG – etwa der auch von deutschen Gärtnern kritisierte erhöhte Aufwand, den Pflanzenpass an jeder einzelnen Handelseinheit anbringen zu müssen. „Der Bericht zeigt, dass sich ein Engagement lohnt“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Nun liege es am Gesetzgeber, darauf zu regieren und nachzujustieren.

Um die Wirksamkeit und die praktische Umsetzung zu verbessern und zu klären, welche gezielten Verbesserungen erforderlich sind, sollen dem Zentralverband Gartenbau zufolge weitere Erörterungen erfolgen. Dabei werden laut ZVG explizit die Bestimmungen über das Anbringen von Pflanzenpässen an Handelseinheiten, die Modalitäten zum Fernabsatz sowie die mögliche Einführung eines elektronischen Pflanzenpasses erwähnt. Wie der ZVG betont, werde er den Prozess weiter intensiv begleiten.

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