Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: 30 Jahre Nützlingseinsatz

Erste Versuche mit dem Einsatz von Nützlingen im Unterglasgartenbau schlugen fehl, weil integrierbare Pflanzenschutzmittel fehlten. Dies war in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ab Ende der 70er-Jahre spielte der gezielte Nützlingseinsatz aber eine Rolle. 

Dr. Reinhard Albert sprach dies in Welzheim bei einem Vortrag zum Thema „30 Jahre biologischer Pflanzenschutz in Baden-Württemberg“ an. Damals wurden im Gartenbau nur zwei Nützlingsarten eingesetzt, die Raubmilben gegen Rote Spinne sowie die Schlupfwespen gegen Weiße Fliege an Tomaten und Gurken. Zugleich wurde die Suche nach integrierbaren Pflanzenschutzmitteln verstärkt.

Seit dieser Zeit stieg die Zahl der kommerziell angebotenen Nützlinge ständig an. Heute sind etwa 60 Nützlingsarten in allen Bereichen des Unterglasanbaus im Einsatz. Dies betrifft in Baden-Württemberg derzeit eine Fläche im geschützten Anbau von über 250 Hektar.
Als besonders interessant gilt auch der Nützlingseinsatz in „Unterglaslandschaften“, also bei Bepflanzungen von Schwimmbädern, in Verkaufsgewächshäusern, in Botanischen und Zoologischen Gärten.

Nach Angabe Alberts wurde es durch den Einsatz von Nützlingen möglich, in manchen Kulturen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. In vielen Bereichen des Gemüsebaus in Baden-Württemberg sei der biologische Pflanzenschutz heute ein allgemein akzeptierter Standard.

Manches würde sich aber problematisch entwickeln. Beispielsweise würden biologische Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen wie Azadirachtin zunehmend in die Kritik der Zulassungsbehörden geraten, obwohl sie unverzichtbar für den biologischen Pflanzenschutz im Gartenbau seien. Mit dem neuen Pflanzenschutzgesetz könnten auch viele Pflanzenstärkungsmittel, die zum Teil durchaus brauchbar zur vorbeugenden Pilzbekämpfung sind, verschwinden. (gug)