Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: BdB erwartet intensive Kontrollen

Baumschul- und Zierpflanzenbetrieben drohen auch in diesem Jahr wieder schwerpunktmäßige Kontrollen durch die Pflanzenschutzdienste der Länder. Darauf weist der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hin.

Er beruft sich dabei auf Ankündigungen im Rahmen einer Sitzung der Arbeitsgruppe „Illegaler Handel mit Pflanzenschutzmitteln – illegale Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ beim Bundeslandwirtschaftsministerium Mitte März in Bonn. Der BdB ist Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe.

Vorrangiges Ziel der Behörden sei die Einhaltung pflanzenschutzrechtlicher Vorschriften beim Inverkehrbringen und bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutzgeräten. Verstöße werden verfolgt und nach dem Ordnungswidrigkeiten-Recht geahndet.

Unter anderem werden die Punkte Einhaltung der Anwendungsgebiete, Einhaltung der Anwendungsbestimmungen, Pflanzenschutzgeräte, korrekte Lagerung der Pflanzenschutzmittel, korrekte und zeitnahe Aufzeichnungen der Pflanzenschutzmaßnahmen und der Sachkundenachweise des Anwenders kontrolliert.

Die Kontrollen erfolgen ganzjährig, auch während der Anwendung. Unter anderem werden Proben der Behandlungsflüssigkeiten genommen und Dokumente wie Spritztagebuch und Rechnungen überprüft.

Im Rahmen der Arbeitsgruppensitzung in Bonn wurde damit einmal mehr deutlich gemacht, wie gravierend vor allem die aktuellen Entwicklungen bei illegalen Pflanzenschutzmittelimporten derzeit sind.

Laut einem Bericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) treten beispielsweise im Hamburger Hafen immer wieder Funde illegaler Pflanzenschutzmittel auf: Falschdeklarationen, teilweise mit erheblichen Verunreinigungen, teilweise längst verbotene Mittel und Wirkstoffe.

Im Jahr 2009 waren im Rahmen des Pflanzenschutzkontrollprogramms bei 21 Prozent der Proben im Pflanzenschutzmittelhandel Beanstandungen aufgetreten – beispielsweise abweichende Wirkstoffinhalte und -zusammensetzungen, abweichende Wirkstoffgehalte, Verunreinigungen.

Im Jahr 2010 lagen die Beanstandungen bei 13 Prozent, beruft sich der BdB auf Zahlen des BVL. Die komplette Veröffentlichung der Zahlen für 2010 soll bis zum September 2011 erfolgen.

Als Konsequenzen sieht das BVL verstärkte Marktkontrollen, insbesondere bei Parallelimporten, die Suche nach Nachweistechniken, eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene sowie ein Überwachen des Lagers und des Handels vor. Auch der Internet-Handel soll, wie die TASPO bereits berichtete, stärker in den Fokus gestellt werden. Hier gibt es bereits eine Zusammenarbeit mit Ebay und Amazon, um illegale Produkte löschen zu lassen.

Eindeutige Konsequenzen für den BdB sieht Niels Sommer, BdB-Pflanzenschutzreferent, angesichts der Situation. Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen TASPO-Ausgabe 13/11.