Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: BUND teilt erneut gegen Bayer aus

Der Chemiekonzern Bayer wird vorerst keine weiteren rechtlichen Schritte gegen den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einleiten. Nun fordert der BUND das Unternehmen auf, die betreffenden „bienenschädlichen“ Pflanzenschutzmittel vom Markt zu nehmen.

Der Rechtsstreit um angeblich bienengefährliche Mittel von BAYER ruht, die Proteste des BUND nicht. Foto: BUND

BUND: „Bienengefährlichkeit der Bayer-Produkte belegt“

„Die Bienengefährlichkeit der Bayer-Produkte mit dem Neonikotinoid-Wirkstoff Thiacloprid ist wissenschaftlich belegt. Bayer muss sie umgehend vom Markt nehmen“, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Um Bienen und andere Lebewesen zu schützen, müssen alle Pestizid-Hersteller sowie Garten- und Baumärkte den Verkauf neonikotinoidhaltiger Produkte unverzüglich stoppen. Und Bundesagrarminister Christian Schmidt muss die zuständige deutsche Aufsichtsbehörde zur Rücknahme der Zulassungen für diese Produkte anweisen."

Neonikotinhaltige Mittel von Bayer Grund für Rechtsstreit

Im Mittelpunkt der rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Bayer CropScience standen die Produkte „Schädlingsfrei Calypso“ und „Zierpflanzenspray Lizetan“, die ein Logo aufwiesen, das verkündete „nicht bienengefährlich“. Wie der BUND in einer Mitteilung bekräftigt, habe inzwischen auch eine Studie der Forschergruppe EASAC, die Entscheidungsträger auf EU-Ebene berät, erwiesen, dass Neonikotinoide Wild- und Honigbienen schädigen. 

Das Landgericht Düsseldorf hatte bereits im März entschieden, dass die Behauptung, bestimmte Pflanzenschutzmittel des Tochterunternehmens Bayer CropScience auf Thiacloprid-Basis seien „bienenschädlich“, einen „Tatsachenkern“ mit sich bringe. Das Chemieunternehmen ließ die Berufungsfrist nun verstreichen, somit steht keine Revision des Urteilsspruchs an und der BUND darf seine Äußerungen uneingeschränkt wiederholen.

Bayer: „Produkte nicht bienengefährlich“

Bayer-Sprecher Utz Klages sagte nach der Verkündung des Urteils gegenüber TASPO Online: „Ich möchte betonen, dass wir zu unseren Produkten stehen. Sie sind umfassend geprüft, sicher und - darauf hat das Düsseldorfer Landgericht gestern nochmals hingewiesen - nicht bienengefährlich. Die Einstufung des BVL als B4 (nicht bienengefährlich) sowie die korrekte Kennzeichnung der Produkte wurde vom Gericht nicht in Frage gestellt.“

„Das Gericht hat die Aussagen als freie Meinungsäußerung bewertet, die besonders geschützt werden müsse. Aufgrund dessen hat das Gericht die zunächst gegen den BUND erlassene einstweilige Verfügung wieder aufgehoben“, teilte der Sprecher mit. (ts/cm)