Pflanzenschutz

Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten: Borkenkäfer-Befall an Obstbäumen

Ein Befall mit Borkenkäfern an Obstbäumen führt meist dazu, dass einzelne Äste verkümmern beziehungsweise Bäume im Extremfall ganz absterben. Typische Anzeichen eines Befalls sind an den Ästen oder am Stamm vorkommende Bohrlöcher, austretendes Bohrmehl oder Gummifluss sowie Fraßgänge (Brutgänge) unter der Rinde oder im Holz. Die Rinde löst sich dabei zum Teil von dem befallenen Holz ab.

Borkenkäfer-Befall am Ast eines Apfelbaums. Foto: Andreas Vietmeier

Von den verschiedenen Borkenkäfern (Splintkäfern), die an Obstbäumen auftreten, kommt der Ungleiche Holzbohrer (Xyleborus dispar) besonders häufig vor. Er schädigt zahlreiche Obst- und Ziergehölze, insbesondere Apfel, Kirsche und Pflaume.

Die Aktivität der Käfer beginnt im Frühjahr (April/Mai) mit dem Schwärmflug der Weibchen. Bei ihrem Flug, der vor allem bei trocken-warmer Witterung stattfindet, werden von den Weibchen gezielt solche Bäume zur Eiablage aufgesucht, die bereits vorgeschädigt oder zumindest geschwächt sind. Als Folge eines Befalls entstehen weitverzweigte Gangsysteme unter der Rinde oder im Holz, die letztendlich dazu führen, dass Gehölze kümmern oder absterben. Wenn es zu einem Befall gekommen ist, gibt es leider keine Möglichkeit, die Borkenkäfer direkt zu bekämpfen.

Um zumindest aber eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte man befallene Äste entfernen beziehungsweise stark geschädigte Bäume roden. Befallenes Holz ist anschließend aus dem Garten zu entsorgen oder gegebenenfalls vor Ort zu verbrennen. (Andreas Vietmeier, Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)