Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: Kampagne gegen illegale oder gefälschte Produkte

In einer europaweit angelegten Kampagne haben die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln dem Handel mit nicht zugelassenen oder gefälschten Produkten den Kampf angesagt. Ende Oktober wurde die Kampagne auf einer internationalen wissenschaftlich-technischen Tagung in Glasgow, Schottland, vorgestellt. Wie der Industrieverband Agrar (IVA) berichtet, gehen Schätzungen davon aus, dass fünf bis sieben Prozent der in Europa verkauften Pflanzenschutzmittel gefälscht oder nicht zugelassen sind. Art und Umfang des Problems seien auf den einzelnen Märkten sehr unterschiedlich. Nach Angaben der Pressestelle der IVA gegenüber der TASPO könne angenommen werden, dass sich beispielsweise in Polen einiges abspielt, das Problem auch in Deutschland vorkommt und es sicherlich auch in Spanien Schwierigkeiten gibt.

Laut IVA ließen sich folgende vier Vorgehensweisen unterscheiden:

- gute Nachahmungen von patentierten Originalprodukten,

- qualitativ minderwertige Fälschungen mit unzureichenden, fehlerhaften oder ganz ohne Gebrauchsanleitungen,

- illegale Importe von zugelassenen Produkten aus anderen Ländern und

- Missbrauch von Parallelimportregelungen durch die Einfuhr von Mitteln, die irreführend als Parallelimporte deklariert werden.

Die Kampagne gegen den Handel mit illegalen Pflanzenschutzmitteln habe in einigen Ländern bereits begonnen und sieht Initiativen auf politischer Ebene sowie Maßnahmen vor, die das Problembewusstsein der Anwender schärfen sollen.

"Auch in Deutschland werden wir unsere Anstrengungen fortführen, diesen Geschäften ein Ende zu setzen", erklärt dazu der Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler.

Die Pflanzenschutz-Industrie fordert alle Betroffenen auf, ihr personelles und finanzielles Engagement auf diesem Gebiet zu verstärken. Die Behörden sollten alle gesetzlichen Möglichkeiten zur Verfolgung illegaler Geschäfte ausschöpfen. Landwirtschaftliche und somit auch gartenbauliche Betriebe sollten genau prüfen, welche Pflanzenschutzmittel sie kaufen und von wem und illegal arbeitende Anbieter aktenkundig machen. Die Beteiligten der Lebensmittelkette werden von der Pflanzenschutz-Industrie dazu aufgefordert, ihre Lieferanten vertraglich zu verpflichten, ausschließlich zugelassene Pflanzenschutzmittel anzuwenden.