Pflanzenschutz

Pflanzenschutz-Kontrollprogramm: Erstmals einheitliches Kontrollverfahren

2004 haben die zuständigen Länderbehörden die Einhaltung der Pflanzenschutzmittelvorschriften erstmals nach einem bundesweit harmonisierten Verfahren durchgeführt. Die Grundlage dafür bietet das Pflanzenschutz-Kontrollprogramm, das von den Behörden der Länder und des Bundes gemeinsam erarbeitet wurde. Insgesamt wurden rund 3 400 Handelseinrichtungen und 3800 landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Ergebnisse im Jahresbericht 2004 zusammengefasst.

Bei Kontrollen des Handels wurden 27 Prozent der überprüften Betriebe beanstandet, weil Pflanzenschutzmittel angeboten wurden, deren Zulassung abgelaufen war oder die falsch gekennzeichnet waren. Außerdem hatten rund 23 Prozent der Betriebe im Handel den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln nicht vorschriftsmäßig angezeigt. Rund vier Prozent des Verkaufspersonals konnte die Sachkunde nicht nachweisen oder kam der Pflicht zur Beratung von Kunden nicht nach. Bei sieben Prozent der kontrollierten Betriebe im Handel konnten sich die Kunden entgegen den gesetzlichen Bestimmungen bei den Pflanzenschutzmitteln selbst bedienen.

Mit der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln legt das BVL fest, für welche Zwecke und bei welchen Pflanzen ein Mittel angewendet werden darf, gibt Sicherheitshinweise und nennt Auflagen zur Anwendung. Bei rund sechs Prozent der kontrollierten anwendenden Betriebe wurden diese Auflagen nicht eingehalten. Bei rund einem Prozent wurde gegen die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung verstoßen. In den Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus konnten rund zwei Prozent der überprüften Anwender von Pflanzenschutzmitteln keinen gültigen Sachkundenachweis erbringen. Bei einem Teil der Anwender und des Handels erfolgten die Kontrollen auf Grund von Anzeigen, Hinweisen oder Verdachtsmomenten. Dabei wurden vielfach Verstöße festgestellt. So wurde man bei diesen anlassbezogenen Kontrollen im Bereich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in rund 50 Prozent der Fälle fündig (102 Beanstandungen bei 201 Anlasskontrollen). Auf Straßen, Wegrändern, Hof- und Betriebsflächen sowie anderen nicht land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen dürfen Pflanzenschutzmittel nur mit behördlicher Genehmigung angewendet werden. Bei Anlasskontrollen wurde in 19 Prozent der Fälle festgestellt, dass Pflanzenschutzmittel ohne eine solche Genehmigung oder in anderer Weise vorschriftswidrig angewendet worden waren.