Pflanzenschutz: Nematoden als Depot ausbringen

Veröffentlichungsdatum: , TASPO Online

Die Kapseln sind laut Hersteller leicht auszubringen und biologisch abbaubar. Foto: Katz Biotech

Nematoden für den Einsatz im Pflanzenschutz zu verkapseln und dadurch neue Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen, hat der Markt schon häufig versucht – lange ohne Erfolg. Mit der Entwicklung einer neuartigen Mikrokapsel ist Katz Biotech das gelungen. Dafür wurde das Unternehmen bei den TASPO Awards 2021 in der Kategorie „Produktidee des Jahres“ nominiert.

Biologisch abbaubare Kapseln mit Gelhülle und flüssigem Kern

Die Mikrokapsel hat eine Gelhülle und ist das Herzstück des Produkts „Nemaplus Depot“. Die Kapseln haben einen flüssigen Kern, in dem Nematoden über einen Zeitraum von mehreren Monaten überleben können – außerdem eine stabile Hülle, die eine maschinelle Ausbringung erlaubt. Damit sei es möglich, ein Depot an Nematoden beispielsweise direkt im Substrat zu platzieren, aus dem die Nematoden dann über einen Zeitraum von mehreren Wochen auswandern. Die biologisch abbaubaren Kapseln lösen sich nach dem Auswandern der Nematoden vollständig im Boden auf, beschreibt Katz Biotech.

Von bisherigen Produkten unterscheidet sich die Neuentwicklung des letztjährigen TASPO Awards-Finalisten dadurch, dass durch die Nematodenkapseln eine vorbeugende Ausbringung von Steinernema feltiae-Nematoden möglich ist. Der Einsatz der Nematodenkapseln ermöglicht Katz Biotech zufolge eine Erstbehandlung direkt zum Zeitpunkt der Aussaat oder Pflanzung, die sich einfach in bestehende Saat- und Pflanztechniken integrieren lässt.

Einmischen in das Substrat möglich

Über die Anwendung in Gartenbau-Betrieben hinaus erhalten zudem auch Substrathersteller die Möglichkeit, ihren Kunden mit Steinernema feltiae angereichertes Substrat zu liefern. Denn dank der stabilen Kapselhülle und der leicht verzögerten Auswanderung der Nematoden aus den Kapseln können die Hersteller von Erdsubstraten das Nemaplus Depot schon bei der Mischung in den Erdwerken einbringen und dem Gartenbau-Betrieb somit ein fertiges Substrat anbieten, das bereits einen langfristigen Schutz gegen Trauermücken enthält. Das Nematoden-Depot lässt sich nahezu überall dort einsetzen, wo Trauermücken Schäden anrichten können – besonders im Bereich des Topfkräuter-Anbaus und der Jungpflanzen-Produktion, aber auch in der Zierpflanzen-Produktion oder der Innenraumbegrünung.

In Produktionstechniken gut integrierbar

Aufgrund der guten Transportfähigkeit sowie der robusten Kapselhülle lässt sich das Kapsel-Depot gut in bestehende Produktionstechniken integrieren: Während kleinere Produzenten die Kapseln vor dem Topfen problemlos von Hand in das Substrat einmischen können, können größere Betriebe die Kapseln mithilfe leicht modifizierter Düngedosierer in das Substrat oder direkt in das Pflanzloch applizieren.

Die gute Lagerfähigkeit der Kapseln erlaube eine hohe Flexibilität in der Wahl des Anwendungszeitpunkts und ermögliche bei Bedarf auch einen schrittweisen Verbrauch einer Verpackungseinheit. Zudem ergibt sich für Anwender ein erheblicher Vorteil durch die Reduzierung der Arbeitsbelastung, führt Katz Biotech an: Während eine Gießbehandlung mit Steinernema feltiae zuvor als gesonderter Arbeitsschritt teilweise mehrmals kurativ durchgeführt werden musste, sorgt die Einbringung der Kapseln im Topf- oder Aussaatprozess für bis zu sechs Wochen „Ruhe“.

Gute Kontrolle, keine Pflanzenausfälle

Wissenschaftliche Untersuchungen haben Katz Biotech zufolge die langfristige Wirkung des Produkts bestätigt. Nutzer könnten den erfolgreichen Einsatz aber auch selbst beobachten: Die gelungene Bekämpfung der Trauermückenlarven lasse sich sehr einfach durch ein Monitoring mit Gelbtafeln darstellen. Auf diesen kann die Reduktion der Trauermücken-Population, insbesondere bei Vorhandensein einer unbehandelten Gegenprobe, eindrucksvoll abgelesen werden. Bei sonst starkem Befall, beispielsweise in Poinsettien- oder Kräuterkulturen, gibt es zudem im Vergleich zum unbehandelten Pflanzenbestand kaum Ausfälle durch absterbende Pflanzen, so das Unternehmen.