Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: neue Schädlinge im Anmarsch

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Gemüse- und Zierpflanzengärtner müssen sich auf eine Reihe neuer Schädlinge einstellen. So muss beispielsweise auch in Deutschland künftig mit Thrips setosus gerechnet werden. Der Schädling ist eigentlich in Japan und Korea heimisch, wurde gegenwärtig aber bereits in den Niederlanden festgestellt.

Nicht nur Gemüsegärtner müssen sich auf eine Reihe neuer Schädlinge einstellen. Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Thrips setosus befällt Gemüse- und Zierpflanzen

Wie Dr. Mareile Zunker, Referatsleiterin Pflanzenschutz und Mittelprüfung im Gartenbau am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg, im Rahmen des Hohenheimer Gemüsebautags berichtete, ist Thrips setosus sehr polyphag und befällt beispielsweise Paprika, Gurken, Kürbis, Erbsen, Tomaten, Kartoffeln, aber auch Zierpflanzen wie beispielsweise Hortensien.

Aufgrund geeigneter Klimabedingungen in Deutschland und benachbarten Ländern muss damit gerechnet werden, dass er sich im Freiland ansiedelt, aber auch Kulturen in Gewächshäusern befallen kann. Mit einem hohen Schadpotenzial für Gemüse- und Zierpflanzen ist zu rechnen.

Bläulingszikade verursacht Wachstumsdepressionen

Daneben wies sie auf die Bläulingszikade (Metcalfa pruinosa) hin, die aus Nordamerika kommend sich in Europa ansiedelte und in Deutschland 2012/13 zunächst in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aufgetreten ist. Da der Schädling ein breites Wirtsspektrum besitzt, muss mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden.

Der Schädling befällt vor allem die Blätter und verursacht durch seinen Saftentzug Wachstumsdepressionen und gestauchte Triebe. Krautige Pflanzen welken und Triebe vertrocknen. Außerdem wird die Blattunterseite stark überzogen mit Honigtau und Wachs. Bei einem entsprechend intensiven Befall sind die Pflanzen nicht mehr verkäuflich.

Aktuell sind für die Bläulingszikade bereits über 300 Wirtspflanzen bekannt, von Acker-Fuchsschwanz über Ahorn bis hin zur Yucca-Palme und Zierquitte. Bisher kennt man vier Befallsräume und zwar Basel, Mannheim, Speyer und Stuttgart. Mit weiterer Verbreitung ist zu rechnen. Zur Bekämpfung soll es möglich sein, Nützlinge einzusetzen. Verdächtige Funde sollten sofort beim Pflanzenschutzdienst gemeldet werden!

Marmorierte Baumwanze bedroht öffentliches Grün

Als weiteren neuen Schädling nannte Zunker die Marmorierte Baumwanze (Halymorpha halys), die 2005 in der Schweiz nahe Zürich erstmals in Europa festgestellt wurde und in Baden-Württemberg 2012 in Konstanz gefunden wurde. Bisher sind offensichtlich noch keine größeren, von der Marmorierten Baumwanze verursachten Schäden in Deutschland festgestellt worden.

Es wird damit gerechnet, dass diese Wanze vor allen Dingen in Parkanlagen und im öffentlichen Grün auftreten wird. Festgestellt wurde bereits, dass sich diese Baumwanze zum Überwintern in Gebäuden etabliert. In den USA soll das Schadpotenzial durch die Marmorierte Baumwanze sehr groß sein. Beim Auftreten dieses Schädlings sollten daher möglichst sofort entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.