Pflanzenschutz- und Düngemittel: Umsätze weiter gesunken

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Die Nachfrage nach Pflanzenschutz- und Düngemitteln ist in der vergangenen Saison nach Zahlen des IV erneut zurückgegangen. Foto: Franz W./Pixabay

Der Abwärtstrend bei Pflanzenschutz- und Düngemitteln hält weiter an: 2019 sind die Umsätze der deutschen Agrochemie-Hersteller erneut gesunken, wie der Industrieverband Agrar (IVA) jetzt bekanntgab. Verantwortlich für die rückläufigen Absatzzahlen ist dem IVA zufolge unter anderem die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr.

Zweites Dürrejahr in Folge nicht ohne Folgen für den Pflanzenschutz-Markt

„Die deutsche Landwirtschaft erlebte 2019 das zweite Dürrejahr in Folge. Das blieb nicht ohne Folgen auch für die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln, viele Anwendungen wurden reduziert oder blieben ganz aus“, erklärte IVA-Präsident Dr. Manfred Hudetz im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Verbands die Entwicklung auf dem Pflanzenschutz-Markt. Wie der IVA in der vergangenen Woche bei dem aufgrund der Corona-Pandemie als Videokonferenz abgehaltenen Pressetermin mitteilte, sank der Inlandsumsatz der im Verband organisierten Pflanzenschutzmittel-Hersteller im vergangenen Jahr auf 1,193 Milliarden Euro, was ein Minus von 6,9 Prozent gegenüber 2018 bedeutet (Umsatz 2018: 1,282 Milliarden Euro).

Absatz von Pflanzenschutzmitteln geht seit 2014 kontinuierlich zurück

Damit setzte sich der kontinuierliche Abwärtstrend der vergangenen Jahre weiter fort, so der IVA. Verglichen mit dem Höchststand von 2014 mit 1,6 Milliarden Euro sind die Umsätze um ein Viertel eingebrochen und der Markt noch unter das Niveau des Jahres 2007 geschrumpft. „Der rückläufige Markt hat vielfältige Ursachen“, so Hudetz. „In den Zahlen spiegelt sich aber auch, dass Landwirte eben nur dann zu Pflanzenschutzmitteln greifen, wenn ihre Kulturen bedroht sind. Das spricht dafür, dass das Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes funktioniert.“

Mit Blick auf die Ackerbaustrategie der Bundesregierung mahnte der IVA-Präsident im Rahmen der Jahrespressekonferenz noch einmal Augenmaß in der Pflanzenschutz-Zulassung an. Die in den nächsten Jahren zu erwartenden Verluste von genehmigten Wirkstoffen ließen die Bekämpfungsoptionen weiter schrumpfen. „Auf dem Papier haben die Landwirte vielleicht noch viele Mittel zur Auswahl, die Zahl der Wirkmechanismen schrumpft aber immer weiter“, so Hudetz.

Markt für Düngemittel laut IVA ebenfalls rückläufig

Ebenfalls vom IVA in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden die Umsatzzahlen auf dem Düngemittel-Markt. Auch hier verzeichneten die im Verband organisierten Unternehmen überwiegend Absatzrückgänge. So wurden vom Hauptnährstoff Stickstoff in der Düngesaison 2018/19 nur noch 1,342 Millionen Tonnen verkauft und damit zehn Prozent weniger als in der Vorsaison. Bei phosphathaltigen Düngern sank der Absatz um vier Prozent auf 201.159 Tonnen und bei Kalk-Düngern um zwei Prozent auf 2,87 Millionen Tonnen. Ein Umsatzplus von 4,5 Prozent verzeichneten dagegen Kali-Dünger, von denen laut IVA 2018/19 insgesamt 409.542 Tonnen abgesetzt wurden.

„Die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr und die regional niedrigen Erträge haben Düngemaßnahmen stark eingeschränkt. Neben den schwierigen Witterungsbedingungen hatten auch die großen Lagerbestände im Handel den Absatz beeinträchtigt“, so Hans-Jürgen Müller, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung. Dämpfend auf den Absatz von Mineraldüngern, insbesondere bei Stickstoff und Phosphat, wirkten nicht zuletzt auch die strengen Vorgaben der Düngeverordnung, so Müller.

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