Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmittel aus Polen illegal

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Mal eben ein Pflanzenschutzmittel im Nachbarland kaufen: Vielen ist gar nicht bewusst, dass dies illegal sein kann. Mit der bevorstehenden Saison wird der Zoll bei seinen Kontrollen auch auf Pflanzenschutzmittel achten.

Der Zoll will bei seinen Kontrollen auch auf illegal eingeführte Pflanzenschutzmittel achten. Foto: Andreas Scholz/Fotolia

Hohe Bußgelder drohen

Schon das Mitbringen einer Packung Pflanzenschutzmittel aus dem Nachbarland Polen kann nach dem Pflanzenschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden, teilt der Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Lands Brandenburg mit.

Hinzu kommen die Kosten für die fachgerechte Entsorgung, die gegenüber dem Pflanzenschutzdienst nachzuweisen ist.

Pflanzenschutzmittel muss in Deutschland zugelassen sein

Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln regelt das seit 2012 geltende Pflanzenschutzgesetz. Darin ist unter anderem festgeschrieben, dass das Pflanzenschutzmittel in Deutschland zugelassen sein muss. Zudem müssen sämtliche für die Anwendung erforderlichen Hinweise dazu in deutscher Sprache zu finden sein.

In anderen EU-Staaten gekaufte Pflanzenschutzmittel erfüllen diese Vorgaben nicht und dürfen daher in Deutschland nicht eingesetzt werden – selbst dann nicht, wenn diese in ihrem Ursprungsland für den entsprechenden Bereich zugelassen und geprüft sind.

Ausnahme: Parallelhandelsgenehmigung vom BVL

Um Pflanzenschutzmittel aus dem Ausland, wie etwa aus Polen, doch hier in Deutschland verwenden zu können, muss eine Parallelhandelsgenehmigung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestellt werden.

Allerdings wird diese Genehmigung nur erteilt, wenn es hierzulande ein vergleichbares zugelassenes Präparat gibt – die Anwendungsbestimmungen dieses deutschen „Referenzmittels“ müssen dann in die Kennzeichnung des importierten Mittels einfließen. Außerdem darf lediglich der Antragsteller das betreffende Pflanzenschutzmittel unter der zugeteilten Parallelimportnummer einführen und gegebenenfalls weiterverkaufen.

Die Kosten für einen solchen Antrag sollen den Angaben zufolge zwischen 200 und 2.000 Euro liegen.