Pflanzenschutz

Pflanzenviren in zwei Stunden entlarven

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Pflanzenviren innerhalb von zwei Stunden statt wie bisher nach bis zu zwei Tagen nachweisen – das verspricht der neue ELISA-Schnelltest, den Wissenschaftler des Leibniz-Instituts DSMZ entwickelt haben. Die extrem zeitsparende Version des Enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) soll zudem den Arbeitsaufwand zum Aufspüren von Pflanzenviren reduzieren.

Pflanzenviren lassen sich im Labor mit verschiedenen Tests nachweisen. Foto: shotsstudio/Fotolia

Neuer Schnelltest entlarvt Pflanzenviren mit deutlich weniger Arbeitsschritten

„Unser Schnelltest umfasst sowohl deutlich weniger Arbeitsschritte als auch viel kürzere Inkubationszeiten als die bisher gebräuchlichen ELISA-Varianten und reduziert dadurch den Arbeitsaufwand beträchtlich“, so der Pflanzenvirologe Dr. Wulf Menzel vom Leibniz-Institut DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen).

Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Stephan Winter und der australischen Biotechnologie-Firma TGR BioSciences hat Menzel die „B-Fast ELISA“-Methode entwickelt, die in puncto Sensitivität, Spezifität und der Möglichkeit zur semiquantitativen Auswertung trotz der Zeitersparnis ebenso zuverlässig sein soll wie die klassische Methode, so die Wissenschaftler.

Pflanzenviren: neuer Schnelltest in speziellem Kit verfügbar

Der neue ELISA-Schnelltest ist in einem Kit verfügbar, das einen Rahmen mit zwölf separaten 8-Well-Streifen enthält. Auf diese Weise kann den Entwicklern zufolge auch eine geringe Probenanzahl getestet werden, ohne dafür eine ganze Platte verwenden zu müssen. „Dadurch ist dieser ‚Friday afternoon-ELISA‘ sehr gut geeignet, wenn das Ergebnis schnell vorliegen muss oder häufig kleinere Probenzahlen getestet werden müssen“, so Menzel.

Die nun erstmals für die Diagnostik von Pflanzenpathogenen erhältliche B-Fast ELISA-Variante basiert auf einer von TGR BioSciences entwickelten Technologie, der sogenannten CaptSure-Technologie. Ihre Besonderheit ist nach Angaben der Entwickler die Kopplung des Primärantikörpers mit einem speziellen Peptid.

Detektion von Pflanzenviren durch enzymkatalisierte Farbreaktion

Dieses Peptid kann wiederum an einen auf der ELISA-Platte immobilisierten Antikörper binden. So kann die zeitgleiche Inkubation von Primär- und Sekundärantikörper zusammen mit der Probe auf der ELISA-Platte erfolgen und der gesamte Komplex wird auf der Platte immobilisiert. Nach einem Waschschritt erfolgt die Detektion durch eine enzymkatalysierte Farbreaktion.

Die DSMZ bietet den neuen Schnelltest B-Fast ELISA zunächst für die Detektion von zehn verschiedenen Pflanzenviren an, so etwa für das Tomatenbronzefleckenvirus (Tomato spotted wilt virus) oder das Maize chlorotic mottle virus, die zu den derzeit wirtschaftlich bedeutendsten Viren weltweit gehören. Zudem arbeiten die Wissenschaftler zusammen mit TGR BioSciences an der Ausweitung der Methode, um zukünftig weitere Viren damit nachweisen zu können.