Pflanzenschutz

Pilzlicher Erreger verursacht Triebsterben an Kerria

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Der Ranunkelstrauch (Kerria japonica) gilt bisher als wenig anfällige Pflanze, der nur selten von Krankheiten und Schädlingen nachhaltig befallen wurde. Verschiedene Pflanzen im öffentlichen Grün, Privatgarten oder auch in der Produktion zeigen aktuell jedoch deutliche Schadsymptome. Verursacht werden diese durch den pilzlichen Erreger Blumeriella kerriae, der für ein Blatt- und Triebsterben an Kerria verantwortlich ist.

Auffällige Blattfleckenbildung an Kerria, verursacht durch den pilzlichen Erreger Blumeriella kerriae. Foto: Thomas Lohrer

Erste Blattsymptome sind rotbraune, ein bis vier Millimeter kleine, unscharf begrenzte Blattflecken, die später auch zusammenfließen können. Innerhalb der Blattflecken kommt es unter feuchten Bedingungen zur Bildung der Pilzfruchtkörper (Acervulus) und austretenden Konidien, wobei letztere in konzentrierter Form als erkennbar weißliche Struktur eintrocknen. Bei einem stärkeren Befall verbräunen die Blätter und können auch vorzeitig abfallen.

Braun verfärbte Flecken an den Trieben von Kerria

An den Trieben kommt es zur Bildung rundlich-ovaler, braun verfärbter, mehrere Millimeter großer Flecken, häufig auch an den Ansatzstellen der Seitentriebe. Mit zunehmender Entwicklung reißen die Befallsstellen an den Trieben auf und legen auch hier Fruchtkörper (Acervuli) frei, deren Konidien wie auch die der auf den Blättern gebildeten für eine weitere Verbreitung sorgen.

Zum Winter kommt es an den Trieben und (abgefallenen) Blättern zur Bildung der namensgebenden Hauptfruchtform, Blumeriella kerriae, die der Überwinterung dient. Die hier im Frühjahr gebildeten Ascosporen sorgen dann – zusammen mit den an den Trieben gebildeten Konidien – nach ihrer Freisetzung und Verbreitung für die ersten Infektionen. Erkrankte Triebe als auch die am Boden liegenden Blätter stellen somit eine zentrale Infektionsquelle dar, die es bis zum Frühjahr zu reduzieren gilt.

Chemische Bekämpfung von Blumeriella kerriae

Eine chemische Bekämpfung erfolgt mit Präparaten, die für das Anwendungsgebiet „pilzliche Blattfleckenerreger“ an Zierpflanzen oder Ziergehölzen eine Zulassung besitzen. Darüber hinaus sind einzelbetriebliche Genehmigungen nach Paragraf (22)2 nutzbar oder die für Flächen der Allgemeinheit bundesweit erteilten Genehmigungen nach Paragraf 17.

Aktuelle Infos zum Erreger sind auch auf den Seiten von Arbofux zu finden.