Pflanzenschutz

„Raus aus der Pestizid-Falle“: Bioland will Verbot besonders gefährlicher Gifte und Pestizidabgabe

Bioland, Deutschlands größter Anbauverband von Biobauern, fordert ein sofortiges Verbot besonders gefährlicher Gifte und eine Pestizidabgabe. Dazu verabschiedeten die Bundesdelegierten von Bioland kürzlich eine Resolution. „Pestizide schaden unserer Gesundheit, zerstören die Artenvielfalt und machen Bauern abhängig von Chemiekonzernen. Trotzdem landen immer mehr Gifte auf den Äckern“, fasst Bioland zusammen. 

Laut Bioland landen immer mehr Gifte auf den Äckern. Foto: Kara/Fotolia.com

Die Forderungen des Anbauverbandes deshalb: Zum Schutz der Bienen müssen Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid aus der Gruppe der Neonicotinoide umgehend dauerhaft verboten werden. Bioland setzt sich dafür ein, auch andere bienengefährliche Pestizide nicht mehr zuzulassen – und das EU-weit. Es fordert außerdem ein Verbot von Totalherbiziden wie Roundup.

Politik soll ökologischen Landbau stärker unterstützen
Als funktionierende Anbaumethode, die auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet, müsse die Politik den ökologischen Landbau stärker unterstützen, fordert Jan Plagge, Präsident von Bioland.

Unterstützung kommt vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany). „Wenn wir die vorherrschende Pflanzenschutzpraxis nicht ändern, nehmen wir unseren Kindern und Enkelkindern die Möglichkeit, nicht-chemisch zu wirtschaften und gesund aufzuwachsen“, so Susan Haffmans von PAN. Der Biolandbau verursacht keine versteckten Kosten für Umweltschäden, Artenverlust, Brunnenschließungen oder Krankheitsbehandlungen.

Pestizidabgabe gefordert
Im Gegensatz zu konventionellen Produkten zeigten Öko-Lebensmittel den Kunden ihren echten Preis. Bioland fordert deshalb eine Pestizidabgabe. „Die Pestizidindustrie muss endlich an den externen Kosten des chemisch-synthetischen Pflanzenschutzes beteiligt werden“, so Plagge. Zudem müsse der Gesetzgeber die Bio-Bauern endlich effizient vor Pestizidabdrift von konventionellen Nachbarfeldern schützen.

Die gesamte Resolution und ein Hintergrundpapier können Sie unten stehend als PDF downloaden. (ts)