Pflanzenschutz

Rückstandsmonitoring offenbart Probleme

Seit Beginn des Jahres führt die Vermarktungsorganisation Landgard Blumen & Pflanzen Rückstandskontrollen von Pflanzenschutzmitteln durch. Diese Maßnahme gilt insbesondere für Topfkräuter, wie der Internetseite des Unternehmens zu entnehmen ist, aber auch für alle weiteren essbaren Pflanzen oder Pflanzenteile. Ziel dieses Monitorings ist, das Gesamtrisiko beim Verbraucher für diese Pflanzen deutlich zu minimieren und dadurch die Produktsicherheit zu erhöhen.

Bei diesen Kontrollen wurden nun, so bestätigt Dr. Thorsten Strissel, zuständig für das Rückstandsmonitoring bei Landgard, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln an Kräutern gefunden sowie zum Teil deutliche Überschreitungen der Höchstmengen festgestellt. Dies hatte zum Ergebnis, dass einige Erzeuger ihre Ware nicht vermarkten durften.

Wie Strissel mitteilt, sind diese Schwierigkeiten zum Teil auf die Jungpflanzen-Produktion in Südeuropa und Afrika zurückzuführen. Diese Jungpflanzen seien mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln so belastet, dass zum Vermarktungszeitpunkt immer noch Rückstände und Überschreitungen der Höchstmengen festgestellt werden konnten. Problem sei zudem, dass sich in Südeuropa und Afrika noch Pflanzenschutzmittel im Umlauf befänden, die in Deutschland gar nicht mehr zugelassen sind. Für die Erzeuger ist eine Feststellung von in der Kultur nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittelrückständen oder die Überschreitung der Rückstandshöchstmenge und damit der Vermarktungs-Stopp der betroffenen Ware durch Landgard eine Katastrophe. Wie die TASPO aus Gärtnerkreisen erfuhr, habe man die Situation wohl nicht ernst genug genommen. Eine weitere Einschätzung war, dass vielleicht auch bei der Betriebshygiene nicht konsequent genug gehandelt worden sei. Strissel bestätigt, dass bereits im Sommer vergangenen Jahres, bei ersten Tests vor Einführung des Monitorings, Ergebnisse festgestellt wurden, die auch ihn aufhorchen ließen. Im Herbst wurden daraufhin die nun seit Jahresbeginn laufenden Kontrollen in Angriff genommen. Mit diesen Maßnahmen erfüllt Landgard die vom Gesetzgeber geforderten Standards für die Verkehrsfähigkeit, wie Rückstandshöchstmengenverordnung, Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, EU-Kontaminationsverordnung und Produkthaftungsgesetz. Wie Strissel berichtet, wurden die Erzeuger darauf hingewiesen, sich von den Jungpflanzen-Produzenten Spritzpläne mitschicken zu lassen, um festzustellen mit welchen Mitteln die Pflanzen zuvor schon behandelt wurden. Landgard sei bereits zusammen mit den Erzeugern aktiv auf der Suche nach zuverlässigen Jungpflanzen-Produzenten, von denen in Zukunft die Erzeuger ihre Ware beziehen könnten. Er ist überzeugt, dass für die Betriebe eine entsprechend professionelle Aufstellung nötig ist, um sichere Ware anbieten zu können. Das beginne schon bei der Einhaltung der Betriebshygiene, wie der klaren Trennung von Zierpflanzen und Kräutern, um eine Belastung zu verhindern. Zahlreiche Betriebe hätten diese Herausforderungen bereits angenommen, so Strissel, was daran zu erkennen sei, dass rund 30 Prozent der Proben ohne jeglichen Wirkstoffnachweis blieben. Landgard übernimmt damit eine Vorreiterrolle für diese Produktgruppe und bekommt dafür vom Handel positive Resonanz.