Pflanzenschutz

Sachsen-Anhalt passt Maßnahmen zur Bekämpfung des ALB an

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Mit einer geänderten Allgemeinverfügung passt die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) Sachsen-Anhalt die Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) an. Demnach wird die Quarantänezone insgesamt deutlich verkleinert, bleibt aber bis August 2025 bestehen. Zudem wird die Neupflanzung von Laubgehölzen erleichtert.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist in Sachsen-Anhalt erstmals im August 2014 in Erscheinung getreten. Foto: LLG

Quarantänezone schrumpft von 61 auf 49 Quadratkilometer

Auslöser für die Neufassung der Allgemeinverfügung war laut LLG, dass die Zahl der bestätigten Befallsfunde im Monitoring seit einiger Zeit rückläufig sei. Die am 19. Oktober erlassene Allgemeinverfügung betrifft demnach Gebiete der Landeshauptstadt Magdeburg, wo der Asiatische Laubholzbockkäfer 2014 im Stadtteil Rothensee erstmalig in Sachsen-Anhalt nachgewiesen wurde, sowie der Landkreise Jerichower Land und Börde.

Eine wesentliche Neuerung in der Allgemeinverfügung ist laut dem zuständigen LLG-Dezernatsleiter Christian Wolff die deutliche Verkleinerung der Quarantänezone im Nordosten, wo der ALB in den vergangenen vier Jahren trotz eines intensiven Monitorings nicht nachgewiesen wurde. Der Fang eines Käfers in einer Lockstofffalle im August dieses Jahres nördlich des Neustädter Sees sowie Funde aus dem vergangenen Jahr hätten demnach zwar zu einer geringfügigen Ausweitung des abgegrenzten Gebiets geführt, insgesamt reduziere sich die Quarantänezone jedoch von rund 61 Quadratkilometer Fläche auf etwa 49 Quadratkilometer. „Wir werten diese Entwicklung als deutlichen Erfolg der Bemühungen und Maßnahmen in den letzten Jahren“, so Wolff.

Weiterhin Kontroll- und Anzeigepflicht auf ALB-Befall

Allerdings, so ergänzt der zuständige Dezernatsleiter der LLG Sachsen-Anhalt, sei die Quarantänezone durch den diesjährigen Fallenfang weitere vier Jahre aufrechtzuerhalten, konkret bis zum 9. August 2025. Damit blieben für die Bewohner in dem betroffenen Gebiet auch einschränkende Regelungen bestehen. So gelte in der Quarantänezone nach wie vor eine Kontroll- sowie Anzeigepflicht auf Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer. Zusätzlich würden die Mitarbeitenden der LLG mindestens einmal jährlich die Laubgehölze in der Quarantänezone auf Anzeichen eines ALB-Befalls überprüfen, weshalb für die Mitarbeitenden der LLG und deren Beauftragte ein Betretungsrecht für die Grundstücke in diesem Gebiet bestehe.

„Oberstes Ziel ist und bleibt die Ausrottung des ALB“

Die neue Allgemeinverfügung bringe laut LLG Sachsen-Anhalt aber auch eine Erleichterung für die Bürger, da sich das bislang in der gesamten Quarantänezone geltende Nachpflanzverbot für die spezifizierten Wirtspflanzen jetzt nur noch auf die unmittelbaren Fällungszonen (Umkreis von 100 Meter um einen Fundort) beschränke, die separat ausgewiesen wurden. Darüber hinaus gelte für beabsichtigte Pflanzungen sowie Fällungen von Laubgehölzen innerhalb der Quarantänezone nach wie vor, dass diese rechtzeitig bei der LLG anzuzeigen seien. Weiterhin dürfen Laubgehölze und Baumschnitt der spezifizierten Pflanzen nicht aus dem abgegrenzten Gebiet verbracht werden – Kleinstmengen von Baumschnitt könnten an den zur Verfügung stehenden Sammelplätzen abgegeben werden. „Unser oberstes Ziel ist und bleibt die Ausrottung des ALB, eine Ausbreitung muss mit allen vorhandenen Möglichkeiten verhindert werden“, so Wolff.

► Weitere Informationen zum ALB sowie die aktualisierte Allgemeinverfügung sind auf der Website der LLG zu finden.

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