Pflanzenschutz

Samurai-Wespe in Italien freigesetzt

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Die Marmorierte Baumwanze verursacht in vielen Ländern beträchtliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Um den Schädling unter Kontrolle zu bringen, hat das Versuchszentrum Laimburg mit der Freisetzung der Samurai-Wespe begonnen.

Das Versuchszentrum Laimburg hat mit der Freisetzung der Samurai-Wespe begonnen. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Versuchszentrum Laimburg züchtet Samurai-Wespe

Der natürliche Gegenspieler der Marmorierten Baumwanze wurde im Versuchszentrum Laimburg in den vergangenen Monaten gründlich erforscht und schließlich nachgezüchtet. Durch die Freisetzung der Samurai-Wespe soll nun ihre Ansiedelung in Südtirol gefördert werden, um der Marmorierten Baumwanze Einhalt zu gebieten. Die Freisetzung der Wespe sei seit Mai 2020 in Italien erlaubt und wird vom nationalen Pflanzenschutzdienst und vom nationalen Forschungsinstitut CREA (Consiglio per la ricerca in agricoltura e l’analisi dell’economia agraria) koordiniert. Für die Autonome Provinz Bozen – Südtirol ist das Versuchszentrum Laimburg mit der Nachzucht der Samurai-Wespe zwecks biologischer Regulierung der Marmorierten Baumwanze beauftragt worden (TASPO Online berichtete). 

Freisetzung an 42 geeigneten Standorten

In den entomologischen Labors am Institut für Pflanzengesundheit des Versuchszentrums werden Baumwanzen gezüchtet, damit diese Eigelege produzieren, die die Samurai-Wespe parasitieren und sich so vermehren kann. Je mehr Eier der Marmorierten Baumwanze zur Verfügung stehen, umso größer die Anzahl vermehrter Parasitoide, die zur Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze im Feld freigesetzt werden können, heißt es in einer Meldung des Versuchszentrums. Für die Freisetzungen wurden insgesamt 42 geeignete Standorte in ganz Südtirol ausgewählt, die sich in der Nähe von Obstanlagen, an Hecken, aber auch im urbanen Bereich, wo verschiedene Pflanzenarten wachsen, die der Marmorierten Baumwanze als Wirtspflanzen dienen, befinden. Ziel sei es, möglichst alle von der Marmorierten Baumwanze aufgesuchten Habitate abzudecken. 

Freisetzung der Samurai-Wespe für ein Jahr erlaubt

„Bei der Samurai-Wespe handelt es sich um einen ca. 2 mm kleinen eierfressenden Parasitoiden, der die Eigelege der Marmorierten Baumwanze parasitiert. Er legt seine Eier in den Eigelegen der Baumwanze ab und hindert diese so daran, sich zu vermehren. Die Samurai-Wespe erreicht hohe Parasitierungsraten (90 %) an Eigelegen der Marmorierten Baumwanze, weist eine relativ kurze Entwicklungszeit auf, kann sich gut an kältere Temperaturen anpassen und parasitiert andere Wanzenarten nur ganz minimal“, erklärt Expertin Martina Falagiarda, die die Zucht der Samurai-Wespe am Versuchszentrum Laimburg leitet. Das italienische Umweltministerium habe die Freisetzung der Samurai-Wespe zunächst für ein Jahr erlaubt. Der Erfolg der Freisetzung werde mittels regelmäßiger Kontrollen genauestens aufgezeichnet. Die Freisetzung nicht-heimischer Arten kann für das lokale Ökosystem nicht vorhersehbare Folgen haben und müsse demnach unter größter Vorsicht erfolgen.

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