Pflanzenschutz

Sicherheitsstufe 3: WSL eröffnet Forschungslabor in der Schweiz

Insekten, Pilze oder Fadenwürmer, die für einheimische Bäume und Gehölze gefährlich sind, können in der Schweiz nun sicherer als bisher untersucht werden. Das meldet die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee, und Landschaft. Sie hat ein neues Pflanzenschutzlabor in Birmensdorf eröffnet. Es ist das erste Labor der Sicherheitsstufe 3 in der Schweiz.

Bestimmung von Schadorganismen im neuen Pflanzenschutzlabor an der WSL in Birmensdorf. Foto: WSL/Reinhard Lässig

Die Forschungsanstalt hat das das Labor der Sicherheitsstufe 3 gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU und dem Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Grundsätzlich diagnostiziert die WSL eingeschleppte forstliche Schadorganismen für den Bund. In der Schweiz fehlte bisher eine Forschungseinrichtung dieser Art.

Speziallabor untersucht Risikogruppen 1 bis 3
Das neue Speziallabor umfasst unterschiedliche Bereiche, in denen mehrere Organismen der Risikogruppen 1 bis 3 gleichzeitig untersucht, Referenzkulturen gezüchtet sowie Schädlinge und befallene Pflanzen sicher gelagert werden können. Im angeschlossenen Gewächshaus aus bruchsicherem Glas, das die gleichen Sicherheitsanforderungen wie das Labor erfüllt, wird es möglich sein, mit Versuchspflanzen die Biologie und Wirkung gefährlicher Organismen unter kontrollierten Bedingungen zu erforschen und Gegenmassnahmen zu testen.

Außerdem erfüllt das Labor hohe Anforderungen zum Schutz der Umgebung und umfasst darum unterschiedliche Sicherheitssysteme. So verhindern in den Laborräumen der Sicherheitsstufe 3 der stete Unterdruck der Luft, die Filterung der Abluft, zwei Schleusen im Zugang und im Gewächshaus sowie eine sichere Abfall- und eine Abwasserentsorgung mit Autoklavierung das Entweichen jedweder Schadorganismen in die Umwelt.

Immer mehr Pilze und Fadenwürmer in der Schweiz
Wie die WSL meldet, gelangen immer mehr Insekten, Pilze, Bakterien oder Fadenwürmer in die Schweiz. Die Ursachen dafür sind der globale Handel und die Mobilität der Menschen, die beide zunehmen, aber auch das immer wärmere Klima. Derartige neue Organismen können für die Gesundheit hiesiger Bäume und Gehölze in Wäldern, Landschaften und Siedlungen eine Gefahr darstellen. Einzelne Arten können sogar ganze Ökosysteme und die Waldwirtschaft, aber auch die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion stark beeinträchtigen. (ts)