Pflanzenschutz

Sondergruppe Azerca öffnet sich für „neue Herbstkulturen“

Im vergangenen Jahr startete der Azerca-Vorstand in Hamburg einen Prozess, mit dem die Entwicklung der Sondergruppe aktiv vorangebracht werden sollte. Bei der Herbsttagung vom 28. bis 30. November in Berlin entschieden die 70 Teilnehmer beim Forum „Was uns bewegt, wie wir uns bewegen“, dass sie die aktive Mitarbeit fortsetzen möchten. Gerhard Friedrich, Azerca-Vorsitzender und Initiator der Neustrukturierung, freute sich über die sehr guten Ergebnisse der seit einem Jahr arbeitenden Projektgruppen. Die Azerca-Betriebsnachfolger veranstalteten in ihrer Projektgruppe am 28. November ein Seminar zum Thema „Selbstmanagement“, geleitet von Rita Wiesmann, Potenzialentwicklerin aus Münster. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Lernen verbinden die Gruppe. Weitere Treffen sind terminiert mit wechselnden Aufgabenverteilungen. Die Projektgruppe „Langzeitbewässerung für Azaleen“ stellte verschiedene Konzepte vor, an denen weiter gearbeitet wird. Die enge Zusammenarbeit mit den Azerca-Förderfirmen ist hier sehr vorteilhaft. Die Kulturen, mit denen sich die Sondergruppe Azerca bisher beschäftigte, waren Azaleen, Eriken und Callunen. Die Projektgruppe „neue Herbstkulturen“ erarbeitet ein Konzept zur Aufnahme neuer Kulturen und ließ sich hierzu von Rainer Wilke vom Pflanzenschutzamt Bonn beraten. Um diese Entwicklung auch offiziell in der Azerca zu verankern, stimmten die Mitglieder in der Mitgliederversammlung einstimmig dafür, die Satzung auch auf Herbstkulturen zu erweitern. Die Optimierung des Verbrauchs von Ressourcen ist Ziel der Projektgruppe „Umweltgerechte Produktion“ auf der Basis interner Umfragen zum aktuellen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Auch bei der Zertifizierung von Zierpflanzenbaubetrieben wird die Arbeitsgruppe die Azercabetriebe unterstützen. Die Struktur der Sondergruppe Azerca und die Unterstützung, die sie ihren Mitgliedern bietet, systematisiert die Projektgruppe „Neue Mitglieder“. Sehr positiv wurde die Teilnahme der neu gewählten Vorsitzenden der Azerca Ost, Ines Grünberg, und ihres Ehemannes Thomas Grünberg aufgenommen. Vereinbart wurde, dass die Sondergruppe die Mitglieder der Regionalgruppe besuchen wird, um gemeinsam nach Möglichkeiten der Unterstützung zu suchen und den Wegfall der Offizialberatung ein wenig zu kompensieren. Dr. Siegfried Scholz, Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau, bot den Azercanern einen Überblick über die berufsständische Arbeit des Verbandes, unter anderem zu den Themen Absatzförderung, Energie, Steuerpolitik, Nachwuchswerbung, Pflanzenschutzmittel. Das aufgezeigte Leistungsspektrum beeindruckte die Anwesenden und führte zu einem angeregten Dialog. Einige Mitglieder gründeten daraufhin die Projektgruppe „Verpackungsverordnung“. Die Sondergruppe Azerca hat in den vergangenen Jahren auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit eröffnet, an Reisen und Tagungen teilzunehmen. Ab 2011 werden diese Betriebe jedoch nur noch zu einem Sommertreffen und einer Herbsttagung eingeladen, um die Verbandsarbeit kennenzulernen und sich anschließend für eine Mitgliedschaft zu entscheiden. Ohne Mitgliedschaft wird danach keine Einladung mehr erfolgen, so der Beschluss der Mitgliederversammlung. Wie Betriebe eigene Marketingkonzepte erstellen können, stellte Rita Wiesmann den Teilnehmern der Herbsttagung vor. Ihr Fazit: Eigenbetriebliche Werbung und PR-Arbeit des Verbandes können sich optimal ergänzen. Informationen unter anderem zur EAN-Branchenlösung, zur Ökosteuer und zum aktuellen Stand der Zertifizierungsmaßnahmen bei Zierpflanzen gab Gabriele Harring, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ), den rund 70 Teilnehmern. „Der Handel hat seine Nachfrage nach einem Zertifikat für Zierpflanzen intensiviert. Daher unterstützt der BVZ die Entwicklung eines Zertifizierungssystems und empfiehlt die Zusammenarbeit mit Globalgap für die Handelsebene. Für die Kommunikation mit den Verbrauchern können Zusatzforderungen nach Sozialstandards über FFP (Fair Flowers and Plants) oder FLP (Flower Label Programm) erfüllt werden. Der BVZ wird den Arbeitsrahmen für die Unternehmen vorbereiten, die Materialien für die Mitgliedsbetriebe bereitstellen und für eine Zertifizierung durch zugelassene Zertifizierungsstellen sorgen“, so Harring. Die nächste Azerca-Sommertagung wird vom 24. bis 26. Juli 2011 am Bodensee stattfinden, ausnahmsweise zusammen mit der Mitgliederversammlung. Denn statt der regulären Herbsttagung bietet die Sondergruppe ihren Mitgliedern vom 18. bis 28. November 2011 eine Reise in die USA an. Im Rahmen der Sommerreise 2012 werden im Frankfurter Raum wieder viele Betriebe besichtigt werden.