Pflanzenschutz

Stellungnahme des BVZ zum Öko-Test-Beitrag „Wem jetzt was blüht“

Die Zeitschrift „Öko-Test“ untersuchte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 29. April Rosen mit dem Schwerpunkt auf der Belastung mit Pflanzenschutzmitteln, den Konsequenzen für die Mitarbeiter auf den Blumenfarmen sowie den Auswirkungen auf Floristen und Verbraucher. Im Ergebnis wurden auf allen untersuchten Proben Rückstände gefunden. Der Bundesverband Zierpflanzen nahm dazu Stellung.

Nach Aussage von Öko-Test habe insbesondere „der Giftcocktail, der den Pflanzen anhafte, bedenkliche Auswirkungen“. Die Untersuchungsergebnisse seien bedauerlich, so der Bundesverband Zierpflanzen (BVZ), habe der Verbraucher doch ein uneingeschränktes Anrecht auf gesundheitlich unbedenkliche Produkte.

Blumen aus dem heimischen Freilandanbau schneiden in Sachen CO2-Bilanz am besten ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „Öko-Test“ in der April-Ausgabe ebenfalls , und empfiehlt aus allgemeinen ökologischen Ansätzen einen Schnittblumeneinkauf nach Saisonkalender. 

 

Kein gesundheitliches Risiko

In einer Stellungnahme zu den Untersuchungen teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit, dass Zierpflanzen wie Schnittblumen mit Pflanzenschutzmitteln vor Schädlingen geschützt werden.

Auf der Basis von Literaturrecherchen und Daten anderer Institutionen habe man mögliche gesundheitliche Risiken von Schnittblumen aus europäischer Produktion sowie der wichtigsten Exportländer dieser Produkte bewertet und kommt nach Sichtung der vorliegenden Daten zu der Einschätzung, dass von den in Deutschland gehandelten Schnittblumen kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeht. Gleiches gilt für das Personal, das im Blumenhandel tätig ist und mit Schnittblumen umgeht.

Ein nachhaltiger Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist als Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes in Deutschland gesetzlich verankert und gute fachliche Praxis. Der Bundesver- band Zierpflanzen (BVZ) empfiehlt seinen angeschlossen Mitgliedern darüber hinaus, sich einem Qualitätssicherungssystem anzuschließen, das deutlich über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht.

Erst vor wenigen Wochen wurden 15 Zierpflanzenunternehmen mit einem Zertifikat von Global G.A.P. ausgezeichnet. Sie gehen damit eine Verpflichtung zur Erfassung und Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln, Maßnahmen zur Ressourcenschonung im Bereich Energie und Wasser sowie der Einhaltung sozialer Standards bei den Arbeitsbedingungen ein.


Folgen für betroffene Betriebe

Bei „Fair“ gehandelten Produkten liegt die Rose hinter Kaffee in der Bedeutung inzwischen schon auf Platz 2. Bedauerlich, dass bei den Untersuchungen von Ökotest auch Rosen, die mit Labeln von FFP und FLP gekennzeichnet waren, Rückstände nicht zugelassener Mittel aufwiesen.

Nach Meinung des BVZ müssen hier klare Konsequenzen für die betroffenen Betriebe erfolgen. In einem ersten Gespräch mit FLP wurde dies zugesichert (siehe auch unten stehenden Beitrag).

Unabhängig von der Art des Labels sei dies im Sinne der Glaubwürdigkeit gegenüber dem Verbraucher oberstes Gebot.