Studie deckt Einsparpotenziale bei Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz auf

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Neue Technologien sollen den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren und auch noch Kosten sparen. Foto: IVA

Der Industrieverband Agrar (IVA) hat, wie angekündigt, kürzlich eine neue Studie zum Einsparpotenzial bei der Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in Deutschland vorgestellt. Daraus geht hervor, dass es ein erhebliches Potenzial gebe, wenn bei der Ausbringung konsequent auf moderne Technologien gesetzt werde.

Einsparmöglichkeiten durch Bandspritzen und Teilflächenapplikation

Die zentralen Erkenntnisse der im Auftrag des IVG von der HFFA Research GmbH durchgeführten Untersuchung zeigen deutliche Einsparmöglichkeiten auf, wenn auf moderne Technik, wie Teilflächenapplikation gesetzt wird. Regulierungen durch politische Vorgaben hingegen können teilweise auch gewünschte Wirkung entfalten, seien allerdings mit höheren Kosten verbunden, so die Studie. Darin wird zudem aufgezeigt, dass durch den Einsatz von Bandspritzen 13 Prozent aller ausgebrachten Pflanzenschutzmittel eingespart werden könnten. Weitere nennenswerte Einsparungen können durch gezielte Teilflächenapplikationen realisiert werden. Hier würden sich die Kosten auf etwa 30 Euro pro Hektar belaufen. Bei der von der Politik geforderten Ausweitung des Ökolandbaus würden demnach Kosten von rund 400 Euro pro Hektar anfallen.

European Green Deal sieht Reduzierung vor

Hintergrund der vorgestellten Studie sind die Vorgaben der Europäischen Kommission und der Farm to Fork-Strategie, die im European Green Deal verankert ist. Darin vorgegeben ist, bis 2030 den Einsatz und das Risiko chemischer Pflanzenschutzmittel um 50 Prozent sowie die Nährstoffverluste in der Düngung um 50 Prozent und den Düngemitteleinsatz um 20 Prozent zu reduzieren. Auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist eine Reduzierung beim Einsatz chemischer Pflanzenschutz- und Düngemittel vorgesehen. „Wer den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln nachhaltig reduzieren will, ohne dabei die Produktivität zu gefährden, muss Smart Farming-Technologien in der Landwirtschaft auf breiter Basis fördern“, fordert deshalb IVA-Präsident Michael Wagner.

„Effektive Mittel, um die Ziele zu erreichen“

„Technologien – hier vor allem die Teilflächenapplikation und Bandspritzen – sind effiziente Mittel, um die Ziele der europäischen Farm to Fork-Strategie erreichen zu können. Struktur- und ordnungspolitische Maßnahmen können auch zu einer Einsparung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln beitragen. Sie sind jedoch deutlich teurer für die Landwirtschaft und den Steuerzahler“, erklärt Studienautor Dr. Steffen Noleppa, Geschäftsführer der HFFA Research GmbH. Die vollständige Studie kann online eingesehen werden.