Pflanzenschutz

Umfrage: Entschädigungsoptionen beim Auftreten von Quarantäneschadorganismen

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Ein Forschungsteam der Humboldt-Universität zu Berlin möchte herausfinden, welche Entschädigungslösungen beim Auftreten von Quarantäneschädlingen von betroffenen Betrieben bevorzugt werden. Die Wissenschaftler:innen haben dafür eine Umfrage erstellt und rufen produzierende Betriebe aus Gartenbau und Landwirtschaft zur Teilnahme auf.

In der Umfrage will ein Forscherteam herausfinden, welche Entschädigungsoptionen Betriebe bei potentiellem Befall bevorzugen. Symbolfoto: Andreas Breitling/ Pixabay

Folgen bei Auftreten von Quarantäneorganismen

Vor Kurzem sorgte das Auftreten des Japan-Käfers nördlich der Alpen für viel Aufsehen und auch Besorgnis bei vielen Betrieben. Kann sich der Schädling auch in unseren Breiten etablieren und welche Gefahr steckt dahinter? Quarantäneschadorganismen stellen eine potenzielle wirtschaftliche Bedrohung für Unternehmen in Landwirtschaft und Gartenbau dar. Treten solche Quarantäneschadorganismen an Pflanzen eines produzierenden Betriebes auf, hat das oftmals weitreichende ökonomische Konsequenzen. Zum Beispiel können das amtlich angeordnete und langjährige Anbaupausen bedeuten oder Verbringungsverbote.

Alternative Entschädigungssysteme werden erforscht

In Deutschland tritt in Fällen von Befall §54 des Pflanzenschutzgesetzes in Kraft, welches vorschreibt, in welchem Maße Landwirtschaftsbetriebe dann entschädigt werden. Die Umsetzung der Entschädigungen obliegt derzeit länderhoheitlicher Verantwortung und ist nicht einheitlich geregelt. Auch deckt die Entschädigung nicht alle möglichen Schäden ab. Hier setzt die Forschung eines interdisziplinären Teams der Humboldt-Universität zu Berlin an. Es solle demnach ein alternatives Entschädigungssystem entwickelt werden, welches die Praxis in besserem Maße unterstützt. Die Wissenschaftler:innen betrachten dabei verschiedene Sektoren und Schadorganismen, für den Gartenbau beispielsweise seien insbesondere das Tomato brown rugose fruit virus (Jordan-Virus), Xylellafastidiosa (Feuerbakterium) und Thrips palmi von Interesse. Im Obstbau und bei Baumschulen liege der Fokus bei den Organismen neben dem Feuerbakterium auf Anoplophorachinensis (Citrusbockkäfer/Chinesischer Laubholzbockkäfer).

Forscher-Team befragt Betriebe

Im Rahmen einer etwa 10-minütigen Umfrage sollen Unternehmen aus der Praxis befragt und Präferenzen potenziell betroffener Betriebe für alternative Entschädigungslösungen untersucht werden. Hier seien Entscheidungsträger von Unternehmen in den oben genannten Sektoren aufgerufen, sich am Choice-Experiment zu beteiligen, um aktiv in den Gestaltungsprozess von Entschädigungsoptionen eingebunden zu werden. Unter allen Teilnehmenden werden zudem fünf Amazon Gutscheine im Wert von jeweils 100 Euro verlost.

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