Pflanzenschutz

Unkrautbekämpfung ganz ohne Chemie

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Mit der chemiefreien Unkrautbeseitigung beschäftigen sich viele Firmen – und das nicht erst, seit es zunehmend verboten ist, Herbizide im öffentlichen Raum dafür einzusetzen. Abgesehen von der mechanischen Bürstentechnik gibt es drei bis vier weitere Techniken, die vor allem auf physikalischen Mechanismen basieren, teilweise miteinander in Kombination.

Mit heißem Wasser geht es dem unerwünschten Kraut an den Kragen, je nach Anwendung stehen verschiedene Lanzen zur Verfügung. Foto: Wave

Verschiedene Methoden zur chemiefreien Unkrautbekämpfung

Hitze spielt die Hauptrolle, entweder in der Luft, im Dampf oder im Wasser, welche auf die Krautschicht geleitet werden. Teilweise wird zusätzlich organischer Schaum als Isolierschicht auf die zu behandelnde Fläche aufgebracht, um die Temperatur länger hoch zu halten. Andere Anbieter verstärken die Wirkung mit infraroter Strahlungswärme.

Welches Wirkprinzip und damit welche Maschine gewählt wird, ist letztlich Ansichtssache und hängt von den Gegebenheiten des Anwendungsbereichs ab. Die nachfolgend aufgeführten Geräte sind Beispiele für die verschiedenen Techniken und bilden einen kleinen Ausschnitt der Firmen, die diesen Bereich abdecken.

Wildkrautbekämpfung mit Heißwasser

Auf die Wirkung von Heißwasser als effektivstem Wärmeleiter und -träger setzt der niederländische Hersteller Wave Europe B.V. Bei der Wave Weed Control Mini-Serie 14/6 ist der Brenner auf einem Hänger transportabel. Mit einem einfachen Touchscreen lässt sich programmieren, was und wie bearbeitet werden soll: Die Wildkrautbekämpfung erfolgt mit 98 Grad heißem Wasser ohne weitere Zusätze, das mit einem niedrigen Ausströmdruck von zwei Bar und der dazugehörigen handgeführten Lanze auf die zu beseitigenden Pflanzen geführt wird. So ist auch punktuelles Arbeiten möglich.

Der Brenner kann, da er im stationären Betrieb läuft, statt mit Diesel auch mit kostengünstigerem Heizöl betrieben werden. Durch einen Programm- und Lanzenwechsel ist das Gerät auch zum Reinigen von festen Oberflächen oder beispielsweise Spielplatzgeräten geeignet. Der Betriebsdruck kann dabei bis auf 130 bar erhöht werden.

Mit heißer Luft gegen unerwünschtes Wildkraut

Nur mit Heißluft arbeiten die Wildkrautbekämpfungsgeräte des dänischen Herstellers Zacho. Das Gerät bläst mit dem patentierten Turbo-Gebläse die heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit und Verwirbelungen durch einen speziellen Prallteller in die zu bekämpfenden Wildkräuter. Die angesaugte Luft wird im Gerät auf etwa 800 Grad erhitzt, beim Austritt in die Umgebung beträgt die Temperatur – ohne offene Flamme – noch etwa 400 Grad und bringt so die Pflanzen zum Absterben.

Die handgeführte Variante UKB 650 ist auf allen erdenklichen Untergründen einschließlich wassergebundener Wegedecken einsetzbar und erlaubt durch die Schwenkmöglichkeit des Hitzeschildes auch die Behandlung schwer zugänglicher und randnaher Stellen. Die drei größeren Bauarten UKB 1000/1200/1400 für den Frontanbau an einem Geräteträger sind für den Einsatz auf großen, gut zugänglichen Flächen konzipiert.

Welche Geräte und Techniken für die chemiefreie Unkrautbekämpfung außerdem angeboten werden, lesen Sie im aktuellen TASPO GaLaBauReport, der am 24. Juli zusammen mit der TASPO 30/2015 erschienen ist.