Vertikaler Pflanzenschutz: Diffusoren sparen 50 Prozent

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Auf der Interaspa Praxis waren die Diffusoren am „Zaturn“ an modularen „Droplegs“ verbaut, womit sich sechs halbe Bestandsreihen gleichzeitig vertikal behandeln lassen. Foto: Katrin Klawitter

Neuartige Diffusoren, die unter anderem im vertikalen Pflanzenschutz bis zu 50 Prozent der Ausbringmenge sparen können, stellt Hardi (Wedemark) vor.

Diffusoren bringen Pflanzenschutzmittel sehr zielgenau aus

Die sogenannten „Optimus Diffuser“ haben einen variablen Sprühwinkel, der die Luftgeschwindigkeit und damit die Reichweite erhöhen oder als Weitwinkelspritzer die Luftmenge vergrößern kann. Sie sind um 15 Grad nach oben und unten verstellbar, um den Luftstrom gezielt und perfekt passend beispielsweise auf eine Laubwand richten zu können. Verzahnte Ränder sorgen für Turbulenzen und vermeiden das Verkleben von Blättern.

Hardi zeigte die neuen Diffusoren im Rahmen der diesjährigen Interaspa Praxis im Sprühgerät „Zaturn 2000 Liter“ als Vertikalausbringung im Beerenanbau. Laut Verkaufsleiter Frank Wedemeier können die Diffusoren das Mittel sowohl hydropneumatisch (über Düsen) als auch pneumatisch (über Luftlippen) sehr zielgenau an die Pflanzen bringen – das funktioniert bei Beeren- oder Weinpflanzen genau so gut wie bei Spargel und kann beispielsweise bei Fungiziden 50 Prozent der Ausbringmenge einsparen.

Hardi baut Diffusoren in gesamte „Optimus“-Sprühsystemfamilie ein

Die neuen Diffusoren baut Hardi in seine gesamte „Optimus“-Sprühsystemfamilie ein. Auf der Interaspa waren sie am „Zaturn“ an modularen „Droplegs“ verbaut. Eine Kombination, mit der sich sechs halbe Bestandsreihen gleichzeitig vertikal behandeln lassen (siehe Foto) – oder, wenn die Arme waagerecht ausgeklappt sind, bis zu zwölf Meter breite Reihen von Baumschulbeständen auf einmal von oben besprühbar sind. Und das durch die neue, patentierte Diffusor-Technik mit deutlich reduzierter Bodenabdrift und Luftabdrift.

Bekanntermaßen ermöglicht die „Dropleg“-Technik, dass Pflanzenschutzmittel per Schleppschlauchsystem an Blättern und Stängeln der Pflanzen angetragen werden können. Das gilt als kostenintensivere, aber auch als bienenschonende und mittelsparende Technik, die sich zudem noch mit Tunneln zum Windschutz und Einrichtungen zur Driftrückgewinnung kombinieren lässt, die einen Teil der Aufwandmenge zurückgewinnen kann.

Mit ausgereifter Technik beachtliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln sparen

Solche sogenannten „Recycling-Geräte“ gibt es noch nicht so lange. Sie finden beispielsweise im Apfelanbau im Alten Land schon ihren Einsatz, wo bis zu 50 Prozent der ausgebrachten überschüssigen Spritzbrühe über Tropfenabscheider und Pumpen im Tank aufgefangen und wieder verwendet werden können.

Die derzeitigen Entwicklungen zeigen deutlich, dass sich mit ausgereifter Technik durchaus beachtliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln einsparen lassen. Diese Technik hat natürlich auch ihren Preis – dürfte in Zeiten des zunehmenden Umwelt- und Klimabewusstseins aber immer mehr an Bedeutung und Einsatz gewinnen.