Pflanzenschutz

Warnung: Asiatischer Moschusbockkäfer aktiv

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Mit der warmen Witterung hat die Flugzeit des Asiatischen Moschusbockkäfers (Aromia bungii) begonnen. Gerade bei Jungbäumen kann er starke Schäden verursachen, bis hin zum Absterben der Bäume. Um die Verschleppung des gefährlichen Quarantäneschädlings aufzuhalten, bittet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) um Mithilfe.

Auffällig ist beim Asiatischen Moschusbockkäfer das rote Halsschild. Foto: LfL

Wirtspflanzen des Asiatischen Moschusbockkäfers sind Arten der Gattung Prunus, wie zum Beispiel Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mirabelle sowie alle Zierformen dieser Gehölze. Die Entwicklung des Käfers ist derzeit abgeschlossen, die adulten Tiere paaren sich.

Asiatischer Moschusbockkäfer in Rosenheim und Kolbermoor gefunden

Ursprünglich trat der Asiatische Moschusbockkäfer in Ostasien, insbesondere in China und Korea, Taiwan sowie Vietnam auf. Mittlerweile liegen aber auch Nachweise aus anderen Regionen der Welt vor – wie beispielsweise 2016 aus Deutschland, in Rosenheim und Kolbermoor. Dort wurden bisher insgesamt 35 Gehölze gefällt: ein Baum (2016) in Rosenheim und 34 Gehölze im Frühjahr 2017 in Kolbermoor.

Im letzten Jahr fingen Bürger und Mitarbeiter der LfL 18 Exemplare des Quarantäneschädlings. Bei der Untersuchung der gefällten Gehölze wurden in den Holzproben 45 Larven in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, zwei Puppen und zehn adulte Käfer gefunden.

Der Befall scheint sich auf den Bereich Kolbermoor zu konzentrieren: Während eines Monitorings wurden in jüngster Zeit zehn weitere verdächtige Gehölze entdeckt. Vermutlich befinden sich in und um die Quarantänezone Kolbermoor weitere Befallsherde.

Merkmale des Asiatischen Moschusbockkäfers

Laut Arbofux.de besitzen die blau-schwarz gefärbten Bockkäfer (Familie der Cerambycidae) eine Körperlänge von zwei bis vier Zentimetern, sind von schlanker Statur und etwa viermal so lang wie breit. Schwarz gefärbt sind die Beine und die etwa körperlangen bis leicht überkörperlangen Fühler.

Auffällig ist das rote Halsschild (Pronotum), das zudem zwei spitze, seitliche Auswüchse besitzt („Red-necked Longhorn“); nur in seltenen Fällen ist das Halsschild auch schwarz. Ähnlich wie bei anderen Bockkäfern sind die Weibchen im Vergleich zu den Männchen etwas größer und besitzen kürzere Fühler.

Ein Auftreten des Schädlings ist dem nächsten Pflanzenschutzamt zu melden. Laut Allgemeinverfügung gelten für Anwohner der Quarantänezonen zudem spezielle Regelungen: Bürger und Gartenbesitzer sind verpflichtet, die Wirtspflanzen des Käfers (Gehölze der Gattung Prunus) alle zwei Monate auf Befallsmerkmale und geschlüpfte Moschusbockkäfer zu kontrollieren. Befallssymptome sind insbesondere etwa zwölf Millimeter große Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf, erkennbar am Stamm oder stärkeren Ästen.

Verbreitung des Asiatischen Moschusbockkäfers verhindern

Bürger der Quarantänezonen sind außerdem aufgefordert, Schnittgut von Gehölzen der Gattung Prunus an eigens eingerichtete Sammelstellen abzugeben, um eine weitere Verbreitung des Käfers zu verhindern. Dort wird das Holz gehäckselt und der Verbrennung zugeführt. Die Entsorgung ist kostenlos. Darüber hinaus sind Neuanpflanzungen von Prunus-Arten in den Quarantänezonen meldepflichtig.

Die LfL unterstützt Gartenbesitzer bei der Suche nach Befallsmerkmalen, unter anderem durch Bodenmonitoring. Dabei kontrollieren Mitarbeiter der LfL unter anderem Gehölze in Privatgärten.