Pflanzenschutz

Wasserrahmenrichtlinie: Umsetzung birgt "ambitionierte Ziele"

Die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) birgt nach Ansicht des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) ambitionierte Ziele für alle Beteiligten. Unter anderem geht es darum, Belastungen durch Nitrat, Pflanzenschutzmittel und Phosphat zu mindern und den so genannten "guten Gewässerzustand" gemäß WRRL bis 2015 zu erreichen. Letzteres bedeute beispielsweise konkret, dass für das Grundwasser 50 Milligramm Nitrat pro Liter nicht überschritten werden sollen, bei Pflanzenschutzmittel Einzelstoff würden 0,1 Mikrogramm pro Liter gelten. Über den aktuellen Stand der Entwicklungen informierte am 11. Mai das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Wie ambitioniert die Ziele sind, sei auf der Informationsveranstaltung deutlich geworden. Das BMU geht laut ZVG davon aus, dass zunächst die beiden kommenden Perioden (bis 2015 und 2021) zu beobachten und bewerten sind, bevor weniger strenge Umweltziele festgelegt werden sollen.

Betont wurde, so heißt es weiter, dass die Ziele nur gemeinsam, vor allem mit der Landwirtschaft, zu erreichen sind. Dieser Ansatz müsse gestärkt und umgesetzt werden, damit allgemeine Akzeptanz als eine wichtige Grundvoraussetzung gewährleistet werden kann. Dies unterstützt nach eigenen Angaben auch der ZVG, der auf die erfolgreichen Beispiele so genannter Wasserkooperationen in Nordrhein-Westfalen verweist. Dieses Prinzip muss, so der ZVG weiter, auch in den flussgebietsbezogenen Maßnahmenprogrammen stabil verankert werden. Die Beteiligung der Landwirtschaft und des Gartenbaus, wie beispielsweise in Kooperationen zu Wasserschutzgebieten, der Rahmenvereinbarung in NRW, Beteiligungswerkstätten in Hessen und anderes seien positiv zu werten und weiter zu stärken, so der ZVG abschließend.

Entscheidend für die zukünftige Entwicklung werde es sein, ob die freiwilligen Maßnahmen ausreichen werden. Dafür und für eine kooperative Handhabung müsse die Beratung durch die landwirtschaftlichen Institutionen gestärkt werden. Der ZVG weist ferner darauf hin, dass im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung derzeit die Entwürfe der Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungspläne zu den jeweiligen Flussgebietseinheiten veröffentlicht sind. Noch bis zum 22. Juni könnten im Anhörungsverfahren regional Stellungnahmen abgegeben werden. In den Ländern gebe es dazu auch Informationsveranstaltungen, wie etwa Gewässerforen.