Pflanzenschutz

Weil am Rhein: neuer ALB-Fund

In Weil am Rhein ist ein Befall mit dem ALB (Asiatischer Laubholzbockkäfer) aufgetreten. Erstmalig handelt es sich dort um einen Fund im Freien. Im vorigen Sommer war nur Verpackungsmaterial aus China betroffen. 

Fundstelle der ALB-Larve (roter Kreis) in der Platane im Hafen von Weil. Foto: Hermann Meier

Nun wurden zwei Larven an einer Platane entdeckt. Damit ist Weil nach Neukirchen bei Passau (2004) und Bornheim bei Bonn (2005) die dritte Region in Deutschland, wo der Asiatische Laubholzbockkäfer im Freien festgestellt wurde.

Wie Dr. Thomas Schröder (Julius Kühn-Institut Braunschweig) mitteilt, wurde die Platane zerstört und eine Quarantänezone von zwei Kilometern eingerichtet. Anders als der CLB (Citrusbockkäfer) ist der ALB zwar in der EU-Quarantänerichtlinie 2000/29/EU gelistet und muss daher bekämpft werden, einen speziellen Durchführungsbeschluss wie beim CLB (siehe TASPO 17/2012) gibt es jedoch nicht.

Die notwendigen Maßnahmen sind in einer nationalen Bekämpfungsleitlinie aufgeführt. Neben der Ausweisung einer Quarantäne-Zone von zwei Kilometern Umkreis vom Fundort, die intensiv kontrolliert wird, beinhaltet die Leitlinie verschiedene Maßnahmen etwa bezüglich der Verbringung von Pflanzen und Pflanzenteilen oder die Empfehlung zur vorsorglichen Fällung von Wirtspflanzen um Befallsbäume herum. Baumschulen sind im Weiler Hafengebiet, wo die ALB-Larve gefunden wurde, im Übrigen nicht vorhanden. Die gesamte Quarantänezone wird mindestens zwei Lebenszyklen, also vier Jahre lang, aufrecht erhalten und mehrfach im Jahr kontrolliert.

Innerhalb der Quarantänezone gibt es in 500 Meter Umkreis noch einmal eine interne Zone, wo jeder potenzielle Wirtsbaum intensiver inspiziert wird, wobei auch Hubsteiger und Baumkletterer eingesetzt werden. Zudem wird eine Allgemeinverfügung erlassen, in der alle Maßnahmen verankert sind, wie etwa die Verbringung von Holz und die auch zur Information der Öffentlichkeit dient.

Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Fund von Larven im vorigen Jahr im Verpackungsmaterial und dem jetzigen Fund der Larve besteht laut Schröder nicht, da eine Larve zwei Jahre Entwicklungszeit hat. Allerdings geht er davon aus, dass zu einem früheren Zeitpunkt im Verpackungsmaterial Käfer vorhanden waren, die ihre Eier auf die Platane in der Nähe ablegen konnten.

Ob die Maßnahmen gegen den ALB greifen, lässt sich an den bisherigen zwei Fundorten relativ gut ablesen. Im Bornheimer Raum wurden über die Jahre vereinzelt immer wieder befallene Bäume oder solche mit früherem Befall gefunden, wobei der letzte Baum mit aktivem Befall im Jahr 2010 entdeckt wurde. Das Land NRW hatte sich damals entschieden, das Monitoring zu intensivieren und das Personal aufgestockt. 17 Mitarbeiter kümmern sich um das Auffinden des Schädlings, unter anderem mit Einsatz von Hunden. In Bayern dagegen sei es ziemlich ruhig geworden, blickt Schröder auf die Lage in den ALB-Regionen in Deutschland.

Gemeinsam ist den drei Fundstellen, dass Granithändler in nächster Nähe angesiedelt sind, die Steinwaren aus China importieren. Im Verpackungsholz wurde der ALB bereits häufiger entdeckt. In Weil kommen zahlreiche Granitsteine aus China im Hafen an, erklärt Schröder den offenkundigen Zusammenhang. Aus diesem Grund werde schon seit Jahren die Umgebung von Granithändlern bundesweit kontrolliert und diese über die Gefahren im Zusammenhang mit dem ALB informiert. Ausbohrlöcher, die ein weiteres Verbreiten des Schädlings wahrscheinlich machen, gab es in Weil bisher nicht. (rve)

Mehr zum neuen ALB-Fund lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 20/2012 auf den Seiten 4 und 7. Außerdem hat das Julius Kühn-Institut im Internet ein Faltblatt als PDF zu diesem Thema bereitgestellt.