Pflanzenschutz

Wiederzulassung? Grüne wettern gegen Glyphosat

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Die EU-Kommission hat einen Vorschlag beim Europäischen Parlament eingereicht, die Zulassung des Herbizids Glyphosat um 15 Jahre zu verlängern. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion Martin Häusling kritisiert den Vorschlag. Wichtige Beweise würden seiner Ansicht nach bei der Wiederbewertung nicht berücksichtigt.

Das Herbizid Glyphosat steht kurz davor, auf EU-Ebene eine Wiederzulassung über 15 Jahre zu erhalten. Foto: Fotolia Wylezich

Glyphosat: „EU-Kommission verstößt gegen das Vorsorge-Prinzip“

„Die EU-Kommission verstößt gegen das Vorsorge-Prinzip. Sie wirft alle Bedenken von Wissenschaftlern über Bord und schlägt eine uneingeschränkte Verlängerung der Zulassung für die kommenden 15 Jahre vor. Das meist verwendete Pestizid gilt als gesundheitsschädlich und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Kommission hat offenbar nicht die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Blick, sondern die Interessen der Agrarindustrie wie die des Herstellers des Pestizids Monsanto“, sagt der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion Martin Häusling.

„Bedenken der Lebensmittelbehörde nicht berücksichtigt“

„Sogar die schon sehr vorsichtigen Bedenken der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA berücksichtigt die EU-Kommission in ihrem Vorschlag nicht. Die EFSA hatte immerhin auf die negativen Folgen für die Biodiversität hingewiesen. Die EU-Kommission schlägt diese Bedenken in den Wind und will Glyphosat weitgehend ohne Mengen- oder Anwendungsbeschränkung erlauben. Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten müssen dem einen Riegel vorschieben und sich gegen die Verlängerung der Zulassung aussprechen“, so Häusling weiter.

Trotz der Bedenken Häuslings gilt die Verlängerung der Zulassung für das Herbizid Glyphosat auf EU-Ebene als sicher. Die Mitgliedsstaaten müssen ihre Empfehlungen zur Wiederzulassung bis zum 7. März eingereicht haben. Erst vor dem Wochenende stimmte der Bundestag dafür, Glyphosat in Deutschland für weitere 15 Jahre zuzulassen.