Pflanzenschutz

Xylella, CLB und ALB: keine Entwarnung

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Gefährliche Schädlinge wie der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis, CLB), der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis, ALB) und das Feuerbakterium Xylella fastidiosa bedrohen nach wie vor Baumschulbestände und -betriebe. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) setzt sich daher für einen Hygieneleitfaden gegen Quarantäne-Schaderreger ein.

Für Baumschulen können Quarantäne-Schaderreger wie Xylella fastidiosa, Asiatischer Laubholzbockkäfer und Citrusbockkäfer existenzbedrohend sein. Foto: BdB

„Es kann jeden treffen, wir sind ständig in Gefahr“, so Renke zur Mühlen, Vorsitzender des Landesverbands Weser-Ems im BdB. Existenzgefährdung durch Quarantäne-Schaderreger – das war eines der Themen auf dem Mitgliedertreffen des Landesverbands in der vergangenen Woche.

Xylella ist wie eine ‚Herr der Ringe‘-Verfilmung“

Auch BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl widmete dem Thema einen Teil seiner Begrüßungsrede: „Xylella ist wie eine ‚Herr der Ringe‘-Verfilmung: Immer wenn man denkt, jetzt geht es nicht schlimmer, wird das Monster noch schrecklicher.“

Drastisch machte er deutlich, wie brandgefährlich die Situation sei und beschrieb einen Fall, bei dem Pflanzen aus Italien ohne Pflanzenpass nach Griechenland gelangt seien. „Auch in diesem Bereich gibt es viel kriminelle Energie“, so der Hauptgeschäftsführer des BdB. In Großbritannien würde sogar über ein Einfuhrverbot diskutiert. Guhl beklagte, dass in vielen Gartencentern keine Sensibilität gegenüber der Xylella-Bedrohung vorhanden sei. „Wir Baumschulen müssen es ausbaden.“

Quarantäne-Maßnahmen existenzgefährdend für Gartenbau-Betriebe

Quarantäne-Maßnahmen, die bei Befall sofort eingeleitet werden müssen, sind existenzgefährdend und reichen von der Vernichtung befallener Pflanzen bis zur Sperrung ganzer Pflanzenbestände oder sogar der Baumschulen. Der BdB macht sich deshalb stark für einen verbindlichen Hygieneleitfaden, dessen Details auf der Wintertagung des Verbands vom 8. bis 11. Januar in Goslar diskutiert werden sollen.

„In diesem Leitfaden sollen einzelbetriebliche Maßnahmen aufgelistet und mit Vertretern der Baumschulberatung und des amtlichen Pflanzenschutzdienstes fachlich abgestimmt werden“, erklärte zur Mühlen. Wichtig sei eine Entschädigungsregelung, forderte der Vorsitzende des BdB-Landesverbands Weser-Ems. „Bei einem Befall mit Quarantäne-Schaderregern darf nicht die Existenz unserer Betriebe auf dem Spiel stehen.“

Baumschulen selten für Einschleppung von Schaderregern verantwortlich

Dabei seien Baumschulen oder andere Gartenbau-Betriebe meist nicht verantwortlich für die Einschleppung der Schaderreger, erklärte zur Mühlen in seiner Rede vor rund 120 Verbandsmitgliedern. Bei ALB und CLB etwa kämen die gefährlichen Erreger oft aus dem Palettenholz von Steinimporten aus China.

Auf der Wintertagung des BdB-Landesverbands Weser-Ems ging es daneben um statistische Pannen bei der Baumschulerhebung, die stockenden Baumschul-Tarifverhandlungen und den Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 2017. Mehr dazu lesen Sie in der TASPO 50/2017, die am 15. Dezember erscheint.