Pflanzenschutz

Xylella: sieben neue Wirtspflanzen in EU-Liste

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Die Europäische Kommission hat sieben neue Pflanzen in ihre laufend aktualisierte Liste der Xylella-Wirtspflanzen aufgenommen.

Neu auf der EU-Liste der Xylella-Wirtspflanzen ist unter anderem Prunus cerasus. Foto: alisseja/Fotolia

Sauerkirsche, Walnuss und Co. neu auf der Liste

Neu auf der Liste sind:

  • Calicotome spinosa
  • Coronilla glauca
  • Euryops chrysanthemoides
  • Genista lucida
  • Juglans regia
  • Medicago sativa
  • Prunus cerasus

Die neue Version der Xylella-Wirtspflanzenliste, die alle Sorten enthält, die anfällig für Xylella fastidiosa und ihre verschiedenen Unterarten sind, finden Sie auf den Internetseiten der Europäischen Kommission und des Julius Kühn-Instituts.

Spezielle Vorgaben für Coffea und Co.

Seit 1. März gelten für die Verbringung bestimmter Pflanzen in der EU – Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Polygala myrtifolia, Olea europaea und Prunus dulcis – zudem besondere Anforderungen, auch wenn sich diese Pflanzen nie in einem „abgegrenzten Gebiet“ befunden haben.

Die genannten Pflanzen gelten als erhebliches Risiko für die Ausbreitung von Xylella fastidiosa, weil sie sich in den bislang in der Europäischen Union festgestellten Befallsgebieten als besonders anfällig für die Pflanzenkrankheit herausgestellt haben.

Außerdem sind Gartenbau-Betriebe, die Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Polygala myrtifolia, Olea europaea oder Prunus dulcis produzieren, dazu verpflichtet, ihre Produktionsflächen einmal im Jahr amtlich inspizieren zu lassen. Ebenfalls vorgeschrieben sind eine Probenahme und Labortestung, um auszuschließen, dass sich mit Xylella fastidiosa infizierte Pflanzen im Betrieb befinden.

Über 300 Wirtspflanzen-Arten gelistet

Mehr als 300 Wirtspflanzen-Arten können von dem gefürchteten Feuerbakterium befallen werden. Unterschieden werden derzeit vier Unterarten – Xylella fastidiosa ssp. fastidiosa, Xylella fastidiosa ssp. pauca, Xylella fastidiosa ssp. multiplex und Xylella fastidiosa ssp. sandyi – die zum Teil die gleichen Wirtspflanzen befallen können.

Bei infizierten Pflanzen besiedeln die Bakterien die Leitbahnen, vermehren sich, bilden Bio-Filme, verstopfen die Pflanzengefäße und unterbinden die Wasserzufuhr. Erkrankte Pflanzen zeigen dadurch – je nach Unterart und Wirtspflanze – Symptome wie Vergilbungen oder bronzeartige Verfärbungen der Blätter. Auch vertrocknen Zweige und Blätter, letztere fallen ab und die Pflanze kann schlussendlich absterben.

Um die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella zu verhindern, schreibt die EU umfassende Maßnahmen vor. Dazu gehören unter anderem die Pflanzenpasspflicht für ausgewiesene Wirtspflanzen, die Einrichtung von Befalls- und Pufferzonen sowie ein Verbringungsverbot für Pflanzen.