Pflanzenschutz

ZVG: Jahresgespräch mit Seehofer

"Wir haben mit Bundesminister Seehofer ein sehr gutes Gespräch führen können, in dem wir eine weit gehende Übereinstimmung und breite Unterstützung des Gartenbaus feststellen konnten", resümiert Heinz Herker aus Bochum, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG). Vergangene Woche trafen der Gartenbau-Präsident sowie ZVG-Vizepräsident Andreas Lohff (Lübeck) Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer in dessen Berliner Amtssitz zu einem einstündigen Gedankenaustausch. Im Mittelpunkt des traditionellen Jahresgesprächs standen laut ZVG aktuelle Themen, die die Betriebe des deutschen Gartenbaus derzeit beschäftigen oder auch vor nicht unerhebliche Probleme stellen. So etwa forderte ZVG-Präsident Herker, dass weiterhin nach Lösungen für die Unternehmen gesucht werden müsse, die durch die EU-Entscheidung zur Mineralölsteuer Existenz bedrohenden Belastungen ausgesetzt sind. Außerdem standen Fördermöglichkeiten für Gartenbaubetriebe zur Diskussion. Der Bundeslandwirtschaftsminister bekräftigte gegenüber der ZVG-Spitze seine Absicht, anschließend an bereits bestehende "Leuchtturm-Projekte" ein mehrjähriges Investitionsprogramm aufzulegen. Dies soll nach Vergabe-Richtlinien ausgelegt sein und im Sinne der Bundesregierung neue Impulse in der nachhaltigen, effizienten Energieversorgung im Unterglasanbau setzen. Dringend Abhilfe forderten Präsident Herker und Vizepräsident Lohff gegenüber dem Bundesminister für die im Pflanzenschutzmitteleinsatz sich akut abzeichnenden Probleme, wie etwa zur Bekämpfung der Kohlfliege. Minister Seehofer habe hier zugesagt, kurzfristig eine Lösung des Problems zu finden. Bezüglich der auf EU-Ebene erkennbar werdenden Schwierigkeiten zeigte er volle Übereinstimmung mit den Forderungen des Berufsstandes. Vizepräsident Andreas Lohff verdeutlichte mit einem konkreten Beispiel aus der Region Schleswig-Holstein die Dringlichkeit einer Problemlösung für die Praxis. So konkretisierten sich unter den dortigen Gärtnern derzeit Pläne, ein eigenes Vermarktungs-Label zu etablieren: "Aus der Region, für die Region" solle dem Verbraucher die Qualität gärtnerischer Produkte aus deutschen Landen und aus der nahe gelegenen Heimatregion schmackhaft machen. Dafür, so Lohff, sei es jedoch notwendig, die Produktion hochwertiger Ware durch Lösungen im Bereich des Pflanzenschutzes sicherzustellen. Zum Thema Umweltgesetzbuch betonte Seehofer, dass er sich mit seinen Ministerkollegen einig sei, keine Verschärfungen gegenüber geltendem Recht zuzulassen und das materielle Regelungen zum landwirtschaftlichen Fachrecht außen vor bleiben sollten. Er forderte jedoch auch den Berufsstand auf, ihm konkrete Verschärfungen im Entwurf zu benennen, um sich gegen diese wenden zu können. Angesprochen auf Bestrebungen der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG), die Geschäftsstelle nach Berlin zu verlegen und sich neu zu strukturieren, äußerte der Minister Verständigkeit für das Ziel, die Interessen des Freizeitgartenbaus und der Liebhabergesellschaften bündeln zu wollen.