Pflanzenschutz

ZVG zur Bekämpfung von Xylella fastidiosa

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Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und das Europäische Parlament liegen im Hinblick auf die Strategie zur Bekämpfung der Pflanzenkrankheit Xylella fastidiosa auf einer Linie. Der ZVG lehnt ein geschlossenes Importsystem für die EU ebenso ab. 

Die Färbung der Blattspitzen ist charakteristisch für den Befall mit Xylella fastidiosa. Foto: EFSA

Italien fordert geschlossenes Importsystem

Die Pflanzenkrankheit Xylella fastidiosa betrifft bisher vor allem Olivenbäume. Besonders in Apulien hat die Krankheit gewütet. Nun sollen europaweite Maßnahmen zur Eindämmung des Schädlings getroffen werden. Überhaupt berät die EU über einen Kommissionsvorschlag über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen.

Bereits am Mittwoch hatte das Europäische Parlament gegen ein geschlossenes Importsystem für die EU gestimmt. Wobei die Mehrheit mit 20 Stimmen denkbar knapp ausfiel.

Xylella fastidiosa anderweitig bekämpfen

Der endgültige Entschließungstext enthält nun keine Referenz mehr auf eine Änderung der EU-Importstrategie oder die Verordnung zu Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen. Vielmehr fordert der Text nun, wie vom ZVG empfohlen, ein Nachdenken und eine Überprüfung der Art der Umsetzung der geltenden Bestimmungen durch die nationalen Behörden.

Der ZVG hatte sich mehrfach an die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlamentes (MdEPs) gewandt, um auf die Brisanz der Diskussion zur EU-Importstrategie hinzuweisen: So hätte ein komplett geschlossenes System für den Import von Pflanzen in die EU massive Beschränkungen des Handels zur Folge mit enorm negativen Auswirkungen für deutsche Gartenbaubetriebe, die nach hohen Standards auch in Drittstaaten außerhalb der EU produ-zieren.

Risikoanalysen für Pflanzenprodukte aufwändig

Ein geschlossenes System würde aufwendige Risikoanalysen für sämtliche Pflanzenprodukte erfordern. Dieser enorme bürokratische Aufwand ist von Seiten der mitgliedstaatlichen Behörden kaum zu leisten. Ferner wäre damit zu rechnen, dass der Sektor durch ein solches System auch Absatzmärkte in Drittstaaten verliert, da mit „Vergeltungsmaßnahmen“ der Drittstaaten zu rechnen wäre, die nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in die EU importieren dürfen. Das würde zu neuen nicht-tarifären Handelshemmnissen durch Drittstaaten und zum eventuellen Wegfall zahlreicher Absatzmärkte für europäische Produzenten führen.