Beet- und Balkonpflanzen: „Flower-Power“ in Veitshöchheim

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Insgesamt rund 900 Beet- und Balkonpflanzen waren auf den Schauflächen der LWG zu sehen. Foto: LWG Veitshöchheim

Die „MainStar“-Preisträger 2017 (v. l.): ‘Sweetunia Miss Marvelous’ von Dümmen Orange, die drittplatzierte Knollenbegonie ‘Orangedrops’ von Begonien-Rieger sowie die zweitplatzierte Schwarzäugige Susanne ‘Sun Lady’ in Orange von Fleurizon International. Foto: LWG Veitshöchheim

Unter dem Motto „Flower-Power“ stand die diesjährige Fachtagung Beet- und Balkonpflanzen in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim. Unter anderem stellten die LWG-Experten dabei die besten von insgesamt 940 getesteten Sorten aus der aktuellen Neuheitenprüfung vor.

Eva-Maria Geiger, Sachgebietsleiterin Zierpflanzenbau der LWG, präsentierte den knapp 450 Fachbesuchern die 39 Gewinnersorten, die in der Vorkultur im Gewächshaus gute bis sehr gute Noten erreicht hatten und sich auch bei der laufenden Gartenleistungsprüfung im Freigelände der LWG bewähren. Kriterien sind hier vor allem die Reichblütigkeit bis zum Herbst und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Krankheiten.

Versuchsergebnisse zur Anzucht von Beet- und Balkonpflanzen

Zudem zeigte Geiger Versuchsergebnisse zur Anzucht von Beet- und Balkonpflanzen in diesem Frühjahr. Geprüft wurde unter anderem die Toleranz der Pflanzen gegenüber niedrigen Heiztemperaturen – was zwar Energie sparte und kompakten Wuchs brachte. Allerdings kamen nicht alle getesteten Sorten damit zurecht.

„Bei einigen Petunien-Sorten zeigten sich zum Beispiel Aufhellungen und Blasenbildung auf den Blättern und Veränderungen des Farbmusters bei gesternten Sorten“, so das Resümee der LWG-Mitarbeiter.

Außerdem untersuchte die LWG die Langlebigkeit verschiedener Topfgartenkonzepte aus zwei bis fünf verschiedenen Pflanzensorten, die auch im Herbst und Winter für Farbenpracht auf Balkon und Terrasse sorgen sollen. Die Nase vorn hatte hier eine Pflanzenkombi aus Heiligenkraut, Efeu, Segge, Thymian und Bärenfellschwingel, die mit bunter Blattfärbung bis in den Februar hinein überzeugte. Andere Testobjekte machten dagegen bereits zu Allerheiligen schlapp – bei einem Verkaufstermin ab Mitte September.

Innovative Beet- und Balkonpflanzen-Anzucht ohne chemischen Pflanzenschutz

Mit einer innovativen Anzuchtmethode konnte der Oberösterreicher Berti Bergmair-Russmann die Aufmerksamkeit seiner Gärtnerkollegen auf dem Beet- und Balkonpflanzentag der LWG gewinnen. Der Gärtner betreibt in seinem Betrieb seit drei Jahren eine komplett pestizidfreie Eigenproduktion und setzt statt Insektiziden, Fungiziden und Stauchemitteln effektive Mikroorganismen, Nützlinge oder Homöopathie ein – und erzielt damit beste Pflanzenqualitäten.

Mit der Frage „Torf oder nicht Torf“ befasste sich schließlich Michael Emmel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und stellte Vor- und Nachteile von Torfersatzstoffen wie Rindenhumus, Holzfasern, Substratkompost oder Kokosmaterialien vor. Basierend auf den Ergebnissen von langjährigen Versuchen empfahl Emmel den Teilnehmern des Beet- und Balkonpflanzentags, „sich mit den etwas anderen Eigenschaften dieser neuen Substratmischungen vertraut zu machen“.

MainStar: Publikumspreis für attraktivste Beet- und Balkonpflanze

Last but not least kürten die Fachbesucher in diesem Jahr zum bereits vierten Mal den „MainStar“, also die attraktivste Beet- und Balkonpflanze aus ausgewählten Neuzüchtungen. Gewinner 2017 ist die Petunie ‘Sweetunia Miss Marvelous’ von Dümmen Orange, die mit Blüten in dunklem Burgund und metallisch-weißem Rand die Blicke auf sich zieht.

Mehr zur diesjährigen LWG-Fachtagung Beet- und Balkonpflanzen lesen Sie in der TASPO 29/2017, die am 21. Juli erscheint.

 

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