Frostschäden als Naturkatastrophe eingestuft

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Baden-Württemberg will einen Plan entwerfen, damit Obstbauern beispielsweise steuerfreie Risikorücklagen anlegen können, die bei Ernteschäde, etwa durch Frost, über finanzielle Engpässe hinweghelfen.

Der Frost im April traf die Winzer- und Obstbauern hart. Nun hat das Land Baden-Württemberg die Frostschäden als Naturkatastrophe eingestuft. Sofortmaßnahmen für betroffene Betriebe sind geplant.

Frostschäden in Baden-Württemberg: teilweise katastrophales Bild

„Die vorliegenden Berichte aus den einzelnen Regionen des Landes zeichnen teilweise ein katastrophales Bild. Das Land wird den betroffenen Betrieben deshalb im Rahmen von Sofortmaßnahmen zur Seite stehen. Es geht um die Sicherung der Existenz von unverschuldet in Not geratenen bäuerlichen Familienbetrieben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Durch die Einstufung als Naturkatastrophe greifen nun die Regularien für finanzielle Hilfen von Seiten des Landes. Die Höhe der Entschädigungen kann allerdings erst zur Erntezeit ermittelt werden, wenn die tatsächlichen Ernteausfälle feststehen.

Hilfe für Winzer und Obstbauern: Rentenbank soll Liquiditätsengpässe überbrücken

Zur mittelfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen habe ich die Landwirtschaftliche Rentenbank gebeten, ihre entsprechenden Programme auszuweiten und unseren Betrieben Hilfen anzubieten. Hierfür liegt uns bereits eine Zustimmung vor“, erklärte der Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. Flankierend dazu werde das Finanzministerium prüfen, inwieweit den betroffenen Landwirten steuerliche Billigkeitsmaßnahmen eingeräumt werden könnten.

Steuerfreie Risikorücklagen für Obstbauern?

Auch werde man gemeinsam mit dem Finanzministerium prüfen, inwieweit die Bauern steuerfrei Risikorücklagen anlegen könnten. „Die Bauerinnen und Bauern ebenso wie die Winzerinnen und Winzer müssen als frei wirtschaftende Unternehmer ihren Teil zur Lösung des Problems beitragen. Wir werden über die Einrichtung möglicher Fonds und weiterer Risikominderungsmaßnahmen diskutieren, bei denen sich die Branche angemessen beteiligt“, betonte Hauk.

Das Land Baden-Württemberg sieht einen starken Zusammenhang zwischen Klimawandel und Frostschäden. „Die Pflanzen treiben immer früher aus und werden damit anfälliger für Frühjahrsfröste“, ergänzte Kretschmann. Nun sollen die landeseigenen Forschungsanstalten Strategien erarbeiten, wie Land- und Forstwirtschaft für die Veränderungen des Klimas fit gemacht werden können.

 
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