Landesverband Gartenbau NRW zieht Bilanz

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Nahmen an der Diskussionsrunde junger Inhaber zur Zukunft des Gartenbaus teil (v. l.): Coach und Berater Bodo Alberts, Josef Engels, Eva Kähler-Theuerkauf, Sebastian Mühlenbeck, Eva Maylahn, Karl Braun, Andreas Halmans. Foto: Gabriele Friedrich

„Das erste halbe Jahr der Verschmelzung ist vorüber und es hat nicht wehgetan“, brachte es Eva Kähler-Theuerkauf auf den Punkt. Die Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen berichtete auf der Delegiertenversammlung in Bochum, dass die Position des Verbandes in Bund und Land sowohl politisch als auch in den Gremien des Gartenbaues eine neue Dimension erreicht habe.

Wichtig sei, NRW als größtes Gartenbauland Deutschlands auch in der Praxis vorzustellen. Politiker müssten den Gartenbau vor Ort erleben können. Mit 2017 stehe ein brisantes Wahljahr im Land und im Bund vor der Tür. Dazu würden im Januar gemeinsame Ziele formuliert.

Kähler-Theuerkauf betont  spartenübergreifende Gemeinsamkeit im Gartenbau

Kähler-Theuerkauf betonte ausdrücklich die Gemeinsamkeit, bereichs- und spartenübergreifend, mit dem GaLaBau und den Baumschulen. Durchschlagenden Erfolg erreiche man nur durch Stärke und Gemeinsamkeit. Ihr sei nicht verständlich, warum „wir uns hier immer wieder in vollkommen unsinnige Diskussionen begeben, wer nun den Gartenbau vertritt“, sagte sie in Bochum.

Über das abgelaufene Jahr berichtete Kähler-Theuerkauf, dass nicht alle Betriebe mit den getätigten Umsätzen zufrieden sind. Der Zierpflanzenbau konnte bis Jahresende die Einbrüche des Frühjahres noch teilweise auffangen. Der Gemüsebau habe verstärkt mit der schwierigen Witterung und trotzdem zum Teil unbefriedigenden Erzeugerpreisen zu kämpfen.

Wohin führt der Weg für Baumschulen und Einzelhandelsgärtner?

Auch im Baumschul- und Einzelhandelsbereich stelle sich die Frage, wohin der Weg führt: Bereits spürbare Änderungen des Käuferverhaltens und die Alterung der Gesellschaft ließen wenig Gutes erwarten. Angesichts einer ungewissen Zukunft müsse umso mehr der Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

An die Grenzen der Wirtschaftlichkeit sind in diesem Jahr auch die Friedhofsgärtnereien in NRW gestoßen. Bedingt durch die Trockenheit vielerorts und den enormen Gießaufwand, berichtete Carsten Nöll, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Friedhofsgärtner.

Insolvenzantrag der Baumschule Lappen erschüttert Betriebe

Für den Verband rheinischer Baumschulen trug Vorstandsmitglied Harald Hallen vor, wie sehr der Insolvenzantrag der Baumschule Lappen die Betriebe erschüttert habe. Als eine der ganz großen in Deutschland übe sie auch Bündlerfunktion aus, viele Betriebe im Umfeld liefern zu. Man hoffe auf ein gutes Ende und dass die Baumschule gestärkt aus einer Insolvenz hervorgehe.

Für die Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger berichtete Geschäftsführer Jürgen Winkelmann, dass die laufende Saison von großer Unsicherheit der Betriebe geprägt sei. Die Witterung habe die Produktion erschwert, die Qualitäten seien aber gut. Eine große Zahl Bäume am Markt drücke auf die Preise, und der Aufwand für die Betriebe steige immer mehr.

Mehr zur Delegiertenversammlung des Landesverbandes Gartenbau NRW lesen Sie in der TASPO 49/2016, die am 9. Dezember erschienen ist. Dort geht es unter anderem um die Wünsche junger Unternehmer, den Strukturwandel und die Frage, wo die Betriebe sich und den Gartenbau in 15 Jahren sehen.

 

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