Good News: Neugründung folgt große Expansion

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Neben Freilandrosen, Pfingstrosen und Sonnenblumen produzieren Stephanie und Frederik Gössing ein breites Portfolio an Sommerschnitt. Foto: Waater Rosenhof

Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit des Zierpflanzenbaus zeigt: Es gibt Nachfolgen innerhalb oder außerhalb der Familien, Übernahmen und Eingliederungen der Flächen in andere Unternehmen sowie Verpachtungen. Was es aber so gut wie gar nicht gibt, sind Neugründungen von Produktionsunternehmen. Jede Neugründung ist also eine gute Nachricht, denn sprichwörtlich wird der Branche damit frisches Blut gespendet.

So eine Transfusion stellt auch der Waater Rosenhof dar, der vor 15 Jahren im kleinen Stil von Frederik Gössing und seiner Frau Stephanie in Jüchen-Waat gegründet wurde. Begonnen hat alles mit einem Hektar Freilandfläche, heute werden auf 15 Hektar Freilandrosen, Pfingstrosen, Sonnenblumen und ein breites Portfolio an Sommerschnitt produziert. Neben vier Festangestellten werden in Spitzen bis zu 30 Saisonkräfte beschäftigt. Der Neugründung folgte also eine große Expansion – ungewöhnlich in Zeiten rückläufiger Entwicklungen im Gartenbau.

Wunsch zur Selbstständigkeit war schon früh da

Woher aber nahm Frederik Gössing die Motivation zur Neugründung, wo es doch immer wieder heißt, im Gartenbau ließe sich kein Geld verdienen? „Meine Eltern führten einen landwirtschaftlichen Betrieb, ich bin also in der Selbstständigkeit aufgewachsen. Das hat abgefärbt, der Wunsch, selbstständig zu arbeiten, war schon früh da“, umschreibt er seine Beweggründe.

Die „Entscheidung zur Selbstständigkeit erleichtert“ hat sicherlich die Tatsache, dass der Pachtvertrag der elterlichen Flächen auslief. Hinzu kommt, dass Frederik Gössing von „einem gesegneten Land“ spricht, wenn er auf die klimatischen Bedingungen im Rheinland verweist. Begonnen hat er mit einem Hektar Freilandrosen, 2003 wurde erstmals geerntet. „Wir hatten einen tollen Start, das waren gute Jahre“, erinnert er sich.

Frostschäden an den Rosen zwingen zum Umdenken

Dann kam der Winter 2012 mit fast 20 Grad minus im Februar. Die entstanden Frostschäden an den Rosen zwangen zum Umdenken. Zumal zeitgleich durch die wachsende Konkurrenz aus Übersee heimische Freilandrosen eine Absatzkrise erlebten. „Die Qualitäten der Produkte aus Afrika wurde immer besser, weil sich auch europäische Rosenzüchter dort mit ihrem Know-how stärker engagierten“, erinnert sich Gössing.

Es musste also etwas passieren, zum Glück hatte der Waater Rosenhof schon vor dem Krisenwinter mit Pfingstrosen eine zweite Kultur aufgenommen. Hinzu kamen Sonnenblumen, sodass „wir uns zwischen 2013 und 2014 durchschlagen konnten“. Diese Entwicklung verdeutlicht einen der Gründe, warum es im Gartenbau so wenige Neugründungen gibt – das Risiko!

Sortimentsvielfalt mindert das Risiko

Dann war Frederik Gössing 2015 das Glück hold, denn ein befreundeter Anbieter auf dem Düsseldorfer Blumengroßmarkt wollte aus Altersgründen sein breites Sommerschnittsortiment in andere Hände legen. Frederik Gössing griff zu, „schon 2016 ist unser Sortiment gut eingeschlagen“, freut er sich noch heute. Wobei der unmittelbare Erfolg sicher auch damit zusammenhängt, dass er „vom kulturtechnischen Wissen meines Vorgängers ungemein profitiert“ hat und dieser weiterhin „mit Rat und Tat dabei ist.“

Heute findet man rund 90 (!) unterschiedliche Produkte auf der Webseite des Waater Rosenhofs (www.waater-rosenhof.de). Frederik Gössing ist überzeugt, dass „die Sortimentsvielfalt der richtige Weg“ ist. Bei nur „ein, zwei Kulturen steht man immer auf Messers Schneide“, meint er, und „Sortimentsvielfalt vermindert das Risiko“.

Entwertung von Blumen und Pflanzen entgegenwirken

Wo aber liegen heute die größten Schwierigkeiten, denen sich der Gartenbau-Unternehmer ausgesetzt fühlt? An erster Stelle nennt Frederik Gössing nicht die Entwertung von Blumen und Pflanzen, das Preisgefüge, sondern die „Personalfragen und die ausufernde Bürokratie“. Allerdings beobachtet auch er, dass Blumen und Pflanzen in der Gesellschaft eine „immer kleinere Rolle spielen“. Dem will er, soweit es in seiner Macht steht, etwas entgegensetzen.

Der komplette Beitrag über die Neugründung und Expansion des Waater Rosenhofs ist im Rahmen unserer Serie „Good News“ in der TASPO 24/2017 erschienen. Ein Exemplar der Ausgabe können Sie per Mail bei Melanie Schuhmacher bestellen.

 

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