GVO-Petunien: „Ein Wachrütteln für die Branche“

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Ein Vorfall, der die Branche beschäftigt: Zierpflanzen-Züchter testen ihre Sorten momentan auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Foto: M. Schuppich/Fotolia

In den Medien ist das Thema illegale genveränderte (GVO) Petunien nach wie vor präsent – allerdings fällt dabei oft unter den Tisch, wie engagiert die einzelnen Züchter darauf reagieren und wie sie sich dafür einsetzen, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen und ihr eigenes Unternehmen „gentechnikfrei“ zu halten.

Züchter prüfen Petunia-Sorten auf GVO

Nachdem Selecta One bereits seine Petunien als geprüft GVO-frei erklären konnte (TASPO 21/17), fragte die TASPO verschiedene andere Züchter: „Wie reagieren Sie? Lassen Sie Ihr Sortiment auf GVO-Veränderungen oder die Freiheit davon testen? Wie gehen Sie mit dem Testergebnis um? Mussten Sie Pflanzen vernichten? Wie stark sind Sie betroffen?“

Viele reagierten wie das Züchtungsunternehmen Kientzler (Gensingen): Es hat nach Aussagen von Alexander Kientzler alle vertriebenen Petunia-Sorten in einem akkreditierten Labor auf Spuren von genetischen Veränderungen untersuchen lassen. „So, dass wir hier für unsere Kunden Klarheit schaffen konnten“, sagt Kientzler. Das Testverfahren werde in die Neuheiten-Sichtung integriert und für alle zukünftigen Petunia-Sorten angewandt.

Unternehmen die mit GVO arbeiten, schaden der ganzen Branche

„Der Vorfall ist auch ein Wachrütteln für unsere Branche, um zu realisieren, mit was und wie wir arbeiten“, ist Stephan Faißt von Beekenkamp Plants (NL-Maasdijk) überzeugt. „Unternehmen, die mit GVO arbeiten, müssen sich bewusst sein, dass dies nicht verborgen bleiben wird – und schaden dadurch nicht nur ihrem Unternehmen, sondern der ganzen Branche“, warnt er.

Florensis nimmt Lieferanten in die Pflicht

„Es lag bisher außerhalb unseres Vorstellungsvermögens, dass genveränderte Petunien in die verschiedenen Züchtungsprogramme gelangt sein könnten. Dies macht uns auch als ausschließlich konventionell züchtendes Unternehmen ausgesprochen betroffen“, sagt Hagen Kalläne von Florensis Deutschland. „Neben unseren eigenen Sorten vertreiben wir auch etliche Sorten externer Partner. Wir haben deshalb alle unsere Lieferanten aufgefordert, zertifizierte Testergebnisse aller von uns vertriebenen Drittsorten vorzulegen. Darüber hinaus wird unser komplettes Petuniensortiment derzeit von einem zertifizierten externen Labor getestet.“

Weitere Statements von Beekenkamp und Volmary finden Sie in TASPO 24/17, die am Freitag, 16. Juni, erscheint.  

 
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