2. Deutsche Mehrwegkonferenz nimmt Politik in die Pflicht

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Zur zweiten Deutschen Mehrwegkonferenz, veranstaltet von der DUH, kamen rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Foto: Florian Reimann

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im Rahmen der 2. Deutschen Mehrwegkonferenz die Politik, insbesondere Umweltministerin Steffi Lemke aufgefordert, eine verbindliche Mehrwegförderung zu schaffen.

Abfallvermeidungsziel und Mehrwegquote gefordert

Die Themen Abfallvermeidung, Klima- und Ressourcenschutz sind aktuell in aller Munde. Viele sehen eine Mehrweglösung als einzige Möglichkeit, auch bei Pflanzentransporten werden mehrfach genutzte Trays immer gängiger in der Praxis. Die von der DUH ausgerichtete 2. Deutsche Mehrwegkonferenz nahm die Trendthemen in den Fokus und stellte klare Forderungen an Politik und Kommunen. Die Kernbotschaft lautete dabei, dass man den Ausbau etablierter Mehrwegsysteme anstrebe. Die DUH fordert demnach ein Abfallvermeidungsziel, vorgeschriebene Mehrwegquoten, Einwegabgaben, steuerliche Besserstellung von Mehrweg und grüne öffentliche Beschaffung. Mehrweg solle demnach zum Standard werden. Als positives Beispiel wurde dabei die Stadt Tübingen genannt, die mit einer Steuer auf Einweg-to-go-Geschirr auf kommunaler Ebene zeigt, was Umweltministerin Steffi Lemke laut DUH auf Bundesebene tun sollte.

Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit benötigt

Es wurden neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen zum Thema auch innovativen Produkte vorgestellt, die einmal mehr unterstreichen, dass Mehrweg in vielen Bereichen problemlos angeboten werden kann. Als eines der aktuellen Erfolgsbeispiele wurden Mehrwegpaletten zum Transport von Pflanzen vom Erzeuger zum Händler gezeigt. Bislang wurden dabei 95 Prozent Einweg-Plastikpaletten eingesetzt und so tausende Tonnen Müll verursacht. Hier zeige die im August 2022 gegründete Genossenschaft "Euro Plant Tray" einen beispielhaften Weg, wie ein europaweites Mehrwegpoolsystem für Pflanzen etabliert werden könne. „Es braucht unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zur Gebindenutzung, Rückführung, Spülung und Poolpflege. Eine zentrale gemeinsame Poolsteuerung gehört zu den wichtigsten Punkten für eine erfolgreiche und branchenweite Mehrweglösung", berichtet Barbara Metz, DUH-Bundesgeschäftsführerin, weitere Vorstöße bei Mehrweglösungen im Bereich von Gläsern.

„Realität bei Discountern wie Aldi und Lidl ist andere“

„Zum Schutz von Klima und Ressourcen zählt jede Verpackung, die nicht neu produziert werden muss. Die konsequente Umsetzung der Mehrwegquote im Verpackungsgesetz ist hierfür ein wichtiger Schritt: Allein bei alkoholfreien Getränken beträgt das Einsparpotential bis zu 970.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Doch die Realität bei Discountern wie Aldi und Lidl ist eine andere. Dort werden überhaupt keine Mehrweg-Getränkeverpackungen, sondern Einweg-Plastikflaschen und Dosen angeboten. Deshalb muss Bundesumweltministerin Lemke handeln und das ständige Unterschreiten der gesetzlichen Mehrwegquote durch eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen zusätzlich zum Pfand sanktionieren", formuliert Barbara Metz, DUH-Bundesgeschäftsführerin, die Forderungen an expliziten Beispielen.

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