Betriebskooperationen entlasten, bergen aber auch Risiken

Veröffentlichungsdatum: , Katrin Klawitter

Kooperationen waren ein wichtiges Exkursionsthema der Betriebswirtschaftlichen Fachtagung 2022. Foto: ZBG

Kooperationen sind und werden für manche Betriebe, ob ökologisch oder konventionell anbauend, ein Weg der Zukunft sein – wenn auch ein nicht immer unproblematischer.

Kooperationen als ein Weg der Zukunft

Eine Exkursion führte die Teilnehmer der diesjährigen Betriebswirtschaftlichen Fachtagung in drei nachhaltig anbauende Gemüsebau-Betriebe im Raum Hannover, die alle unterschiedliche Stadien der Kooperation beschreiten: Von der Einzelhandelsgärtnerei, die ihre Flächen Kunden als Teil der Solidarischen Landwirtschaft öffnet, bis zur großen Öko-Gemüsebau-Kooperation mit sieben Geschäftsführern. In einem zeigten sich die Berater danach einig: Kooperationen sind und werden für manche Betriebe, ob ökologisch oder konventionell anbauend, ein Weg der Zukunft sein – wenn auch ein teilweise risikoreicher.

Gerade jüngere Betriebsinhaber zur Zusammenarbeit bereit

Gerade jüngere, meist gut ausgebildete Betriebsinhaber seien vermehrt bereit, zusammenzuarbeiten, hieß es. Als Beispiele wurden der gemeinsame Anbau von Zierpflanzen und Gemüse, das Aufteilen der Kulturen auf verschiedene kooperierende Produktionsbetriebe, das gemeinsame Anschaffen und Nutzen von Technik oder Heizanlagen, aber auch das Öffnen von Betrieben für den Endkunden, beispielsweise in der Form Solidarischer Landwirtschaft genannt. Gute Zukunftschancen sehen die Berater auch für Kooperationen im Bodenmanagement, um gemeinsam an das rare und teure Gut Fläche zu kommen.

Mögliche Fallstricke vertraglich absichern und regeln

Betriebliche Kooperationen können aber nur dann gelingen, wenn es sowohl fachlich wie auch menschlich passt und möglichst viele Fallstricke vertraglich abgesichert und geregelt sind: Wie verteilt man Gewinne und Verluste, wie gewichtet man die jeweiligen Arbeitsstunden der beteiligten Unternehmer, wie deren Land, welche Verteilungsschlüssel setzt man an? Genaue Festlegungen sind hier wichtig, vor allem auch für den Fall, dass ein Kooperationspartner plötzlich aussteigen möchte, folgern die Berater. „Meine Beratungskollegen aus der Landwirtschaft haben früher vorwiegend bei Kooperationen beraten, heute ist deren Hauptjob, Kooperationen wieder auseinander zu bekommen“, wusste Dr. Hendrik Führs, Leiter Fachbereich Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, aus der Beraterpraxis zu berichten.

Dennoch: Wenn Kooperationen gut funktionieren, bedeuten sie eine enorme Entlastung für jeden einzelnen Betriebsleiter, weil die Verantwortung auf mehreren Schultern lastet.

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