Bilanz und Ausblick: hohe Nachfrage nach Schnittgrün hält an

Veröffentlichungsdatum: , Claudia Kordes

Bundweise geht Schnittgrün in den Handel. Foto: Claudia Kordes

Frisches Grün ist gefragt: Im Privatverkauf punkten die Anbieter von Schnittgrün mit Qualität und Frische. Zweige der „Nobilis“-Tanne sind mit Abstand am beliebtesten, „Selbermachen“ bleibt im Trend.

Nobilis stellt den Löwenanteil

Weiter verstärkt hat sich die Nachfrage der Privatkäufer nach Tannenzweigen zum Dekorieren, berichteten mehrere Schnittgrün-Erzeuger aus Deutschland und aus Dänemark. Auch die Nachfrage nach Nobilis (Abies nobilis) verharrt auf ihrem „Allzeithoch“ – zum einen, weil es zu wenig Bäume zum Ernten gibt und zum anderen gibt es durch die trockenen Sommer bei Nobilis eher zu wenig Angebot. Der Grund für die Beliebtheit von „Nobilis“-Schnittgrün ist die gute Haltbarkeit. Mit etwas mehr als 80 Prozent macht Nobilis den Löwenanteil der Schnittgrün-Produktion aus. Im Vergleich dazu ist der Anteil an Nordmanntanne sowie Sondergrün wie zum Beispiel Buxus, Thuja oder Ilex gering.

Preise variieren nach Sorte, Menge und Absatzkanal

Beim Schnittgrün variieren die Preise je nach Sorte und Menge sowie Absatzkanal. So kann ein Fünf-Kilogramm-Bund Nobilis im Großhandel um die 9,50 Euro bei kleiner Abnahmemenge und im Privatverkauf zwischen 20 und 25 Euro liegen. Zum Vergleich ist die Nordmanntanne im Fünf-Kilo-Bund mit etwa 6,50 Euro im Großhandel bei kleiner Abnahmemenge und mit 17 bis 22 Euro im Privatverkauf deutlich preisgünstiger.

Die stärkste Nachfrage nach Schnittgrün herrscht zu Allerheiligen und etwa eine Woche vor dem ersten Advent. Viele Anbieter liefern das Schnittgrün nach Vorbestellung in der Regel an einem festen Wochentag aus. Das große Plus der regionalen Schnittgrün-Produzenten ist, neben der Qualität, Frische und Zuverlässigkeit.

Schnittgrün-Produktion als zusätzliche Einkommensquelle

Für viele Anbieter von Weihnachtsbäumen ist die Schnittgrün-Produktion das wichtigste Nebenprodukt. Rund 20 bis 30 Prozent der Christbäume, die sich aufgrund ihrer Qualität nicht zum Verkauf eignen, werden so verwertet. Für 67 Prozent der Betriebe stellt die Reisig-Produktion eine zusätzliche Einkommensquelle dar. Der Trend zur Nachhaltigkeit macht sich inzwischen auch bei der Produktion von Schnittgrün bemerkbar: Mehrere Anbieter werben auf ihren Webseiten, dass es sich bei ihrem Schnittgrün um Tannenzweige aus nachhaltiger Landwirtschaft und eigenem Anbau nach den Maßstäben der guten fachlichen Praxis handelt. Damit werden Bäume und Umwelt geschont.

„Keinachtsbaum“ zur Verwendung von Schnittgrün

Eine pfiffige Geschäftsidee zur Verwendung von Schnittgrün ist der „Keinachtsbaum“. Das Unternehmen Treelivery aus Georgsmarienhütte bietet als Ersatz für den Weihnachtsbaum modulare Ständer an, die jedes Jahr neu mit Schnittgrün bestückt werden. Dies kommt nach Angaben auf der Website keinachtsbaum.de „frisch von Bäumen, die extra dafür angepflanzt wurden oder von Tannen, die sonst an Ort und Stelle geschreddert worden wären“.

Die Idee hinter dem „Keinachtsbaum“ ist es, echten Bäumen nur einzelne Zweige zu entnehmen, statt sie komplett zu fällen. Die Baum-Alternative mit echtem Tannengrün ist im Vergleich zunächst sehr teuer – der gelöcherte Stamm aus Eschenholz kostet ab 99 Euro und für zehn Kilogramm herbizidfreies Schnittgrün von der Nordmanntanne verlangt der Anbieter 19,90 Euro. Auch hier ist das Nobilis-Schnittgrün im Website-Shop ausverkauft.

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