Bundesgehölzsichtung: 13 Fliedersorten auf dem Prüfstand

Veröffentlichungsdatum: , Deutsche Baumschule

Syringa meyeri ‘Palibin’ war eine der Sorten, die vom Arbeitskreis Bundesgehölzsichtung mit drei Sternen als „ausgezeichnete Sorten“ bewertet wurde. Foto: LKSH

Flieder hatte lange ein etwas angestaubtes Image – in letzter Zeit wurde er wiederentdeckt. Der Arbeitskreis Bundesgehölzsichtung hat unter dem Oberbegriff „Kompakte Flieder“ Sorten von Syringa meyeri, Syringa microphylla, Syringa patula und Syringa x persica geprüft, die auch für Gartensituationen mit wenig Platz interessant sein können.

Bedeutung von Flieder nimmt wieder zu

Nur wenige andere Blütengehölze sind so charakteristisch für die Ankunft des Vollfrühlings wie der Flieder. Lange Jahre war er als etwas „old school“ verschrien und wurde immer weniger in den Gärten gepflanzt. Seit einiger Zeit jedoch nimmt seine Bedeutung in der modernen Gartengestaltung wieder zu – denn seine Blütenpracht und sein Duft können im Frühling nicht nur manchen Hobbygärtner, sondern auch viele Insekten verzaubern. Aufgrund der Wuchsstärke von Syringa vulgaris und seinen zahllosen Sorten, die zum Teil bis zu sechs Meter hoch werden können, schrecken Besitzer kleinerer Gärten allerdings oft vor deren Verwendung zurück.

Prüfsortiment mit 13 verschiedenen Arten/Sorten

Es geht auch anders, denn es gibt Zwergflieder und andere „Kompakte Flieder“, zu deren bekanntesten Vertretern Syringa meyeri ‘Palibin’ gehört. Da es in der Rubrik „Kompakte Flieder“ mehrere Arten und Sorten gibt, die kompakt bleiben und sich damit für die Verwendung in kleinen Gärten im urbanen Raum anbieten, entschloss sich der Arbeitskreis Bundesgehölzsichtung, das in Deutschland im Jahr 2017 verfügbare Sortiment an „Kompakten Fliedern“ einer Prüfung zu unterziehen. Das Prüfsortiment bestand aus 13 verschiedenen Arten/Sorten; es wurde an den Standorten Bad Zwischenahn, Dresden-Pillnitz, Ellerhoop, Erfurt, Geisenheim, Hannover, Quedlinburg, Stuttgart-Hohenheim und Veitshöchheim begutachtet.

Sichtung endet mit der Vegetationsperiode 2021

Die eigentliche Prüfung des Sortiments wurde dann mit Beginn der Vegetationsperiode 2019 gestartet, nachdem sich die Pflanzen ein Jahr an den Standorten etablieren konnten. Dabei wurden in den folgenden drei Vegetationsperioden nachstehende Parameter erfasst: Winterhärte, Frosthärte der Triebspitzen, Blattgesundheit, Duft der Blüte, Reichblütigkeit, Remontieren, Blütenschmuckwirkung, Gesamteindruck, Blühbeginn und -ende sowie Höhe und Durchmesser der Pflanzen. Mit Ende der Vegetationsperiode 2021 endete die Sichtung. (Dr. Andreas Wrede, Thorsten Ufer, LK Schleswig-Holstein, Gartenbau, Ellerhoop, i. A. BdB/AK Bundesgehölzsichtung)

Download: Eigenschaften der geprüften Sorten

Hier finden Sie eine Tabelle mit den Eigenschaften der geprüften Sorten sowie der abschließenden Bewertung. Mehr über das Prüfverfahren und die 13 geprüften Arten/Sorten lesen Sie außerdem im kompletten Syringa-Beitrag in Deutsche Baumschule 3/2022, ergänzend dazu hier eine Literatur-Liste:

  • Erhardt, Götz, Bödeker, Seybold (2008a): Der große Zander – Enzyklopädie der Pflanzennamen. Bd. 1 – Familien und Gattungen. Eugen Ulmer, Stuttgart.
  • Erhardt, Götz, Bödeker, Seybold (2008b): Der große Zander – Enzyklopädie der Pflanzennamen. Bd. 2 – Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart.
  • Haas, H. (2012): Pflanzenschnitt – Das große GU Praxishandbuch. Gräfe und Unzer, München.
  • Hoffman, M. (2022): List of names of woody plants and perennials. https://t1p.de/urfw; 03.01.2022.
  • DeBard, M.L. (2018): International Register and Checklist of Cultivar Names in the Genus Syringa L. (Oleaceae). Stand: 30.03.2018. https://t1p.de/d8b4 (03.01.2022).
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