Carnivoren-Gärtnerei will auf Bio umstellen

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Blick auf einen Teil der mit Carnivoren genutzten Produktionsflächen der Gärtnerei Weilbrenner. Foto: Edwin Hanselmann

Die Gärtnerei Weilbrenner in Freinsheim (Vorderpfalz) hat sich auf fleischfressende Pflanzen spezialisiert – und ist, obwohl konventionell betrieben, einer von derzeit 19 Leitbetrieben im Bio-Zierpflanzenprojekt. Der Carnivoren-Produzent setzt nur in geringem Umfang chemische Mittel ein und testet die Umstellung auf biologische Kulturmaßnahmen.

Gedüngt wird in der Gärtnerei Weilbrenner mineralisch und organisch, dem geringen Nährstoffbedarf der Carnivoren entsprechend aber nur in kleinen Dosen. Fleischfressende Pflanzen sind generell sehr salzempfindlich.

Carnivoren-Gärtnerei setzt auf Nützlinge

„Wir machen die Produktion nach eigenen Richtlinien“, erläutert Bernd Weilbrenner. Zielsetzung ist, den chemischen Pflanzenschutz nach und nach zu reduzieren. Schon lange setzt die Gärtnerei auch Nützlinge ein und hat dies im Laufe der Jahre erweitert. Hierbei erfolgt die Zusammenarbeit mit dem Betreuungsdienst Nützlingseinsatz Nordbaden. Beispielsweise zählen die Weichhautmilben bei den Nepenthes zu den Hauptschädlingen. Sie werden heute mit Amblyseius-Raubmilben bekämpft.

In der 3.000 Quadratmeter großen Gewächshausanlage Weilbrenners gibt es ein breites Spektrum an Carnivoren. Die Venusfliegenfalle ist hierbei die marktwichtigste Kultur und macht annähernd die Hälfte des Umsatzes aus, gefolgt von Drosera (Sonnentau), Schlauchpflanzen (Sarracenia) und Kannenpflanzen (Nepenthes).

Für den Absatz werden meist gemischte Paletten zusammengestellt. Im Laufe der Jahre wurde das Programm erweitert, hierfür neue Arten auf ihre Marktfähigkeit getestet. Die Hauptverkaufszeit erstreckt sich von März bis Anfang Oktober. Weihnachten spielt beim Absatz von Carnivoren dagegen keine Rolle.

Hauptsächlich junge Männer kaufen fleischfressende Pflanzen

Der Freinsheimer Betrieb vermarktet ausschließlich über den Großhandel. Die meisten seiner fleischfressenden Pflanzen werden in Deutschland abgesetzt, etwa ein Viertel außerhalb der Bundesrepublik, etwa über Royal FloraHolland sowie unter anderem in die Schweiz und nach Island.

Übrigens: Fleischfressende Pflanzen werden hauptsächlich von jungen Männern gekauft.

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