Durchwachsenes Jahr für Obst und Gemüse

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die Erzeugerpreise für Obst und Gemüse konnten die gestiegenen Kosten laut DBV nur bedingt ausgleichen. Foto: Gabe Raggio/ Pixabay

Das vergangene Jahr war für die Erzeuger von Obst und Gemüse durchwachsen, das gab der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem Marktbericht des Jahres 2022 bekannt.

 

Hoher Preisdruck für Erzeuger von Obst

Die Obstsaison 2022 begann im Jahr 2022 früher als gewohnt. Der sonnenreichste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hatte zur Folge, dass sämtliche Obstsorten einen deutlichen Vegetationsvorsprung hatten. Dennoch hatten deutsche Erzeuger zu kämpfen, denn am Beispiel Erdbeeren zeigte sich frühzeitig durch Importware ein hoher Preisdruck. Das Niveau war vor allem in den Hauptwochen der deutschen Saison von Mitte Mai bis Mitte Juni auf niedrigem Niveau, ähnliches gelte für Süßkirschen. Bei Äpfeln konnte mit 1,034 Tonnen geernteter Ware zwar eine höhere Menge als im Vorjahr eingefahren werden, allerdings hielt sich die Nachfrage in Grenzen, so dass auch hier der Preisdruck zunahm. Insgesamt wird die deutsche Obsternte 2022 nach vorläufigen Angaben auf 1,336 Millionen Tonnen geschätzt, was einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr gleichkommen würde.

Rückgang beim Gemüseanbau

Der Gemüseanbau im Freiland wies 2021 noch ein Wachstum auf, was im vergangenen Jahr allerdings ins Gegenteil umschlug. Bei vielen Kulturen wurde demnach ein Rückgang verzeichnet, der sogar in einigen Teilen deutlich ausfiel. Die Anbauflächen für Zwiebeln und Möhren nahmen ab und auch das Edelgemüse Spargel zeigte eine rückläufige Tendenz. Hier zeigte sich auch eine schwierige Vermarktung, infolge von Inflation und Kaufzurückhaltung. Sommerliche Hitze und Trockenheit sorgten für geringere Erträge, vor allem bei Zwiebeln. Auch Möhren und Sellerie, sowie alle Kopfkohlarten legten in den Monaten September und Oktober zwar noch deutlich an Gewicht zu, dennoch werden die Erträge des Vorjahres verfehlt und deutlich niedriger ausfallen. Steigende Kosten beschäftigten die Gemüseerzeuger ebenfalls, die nicht durchgängig durch die Erzeugerpreise ausgeglichen werden konnten.

„Kosten haben sich verdoppelt, für Düngemittel sogar vervierfacht“

„Mit Blick auf das zurückliegende Jahr sehen wir, trotz überwiegend verbesserter Unternehmensergebnisse, in vielen Betrieben eine nach wie vor herausfordernde wirtschaftliche Situation. […] Die Kosten etwa für Energie […] haben sich verdoppelt, für Düngemittel sogar vervierfacht. Bei vielen unserer Erzeugnisse schränken zudem politische und gesetzgeberische Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit der Betriebe ein. Beispiele dafür sind der Mindestlohn und die angekündigten nationalen und europäischen Verschärfungen bei Auflagen für die tierische und pflanzliche Erzeugung“, bilanziert Bauernpräsident Joachim Rukwied das vergangene Jahr.

 

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